
22.04.2009 von eb
, - Aktuelle blogs
Nr.#28 Wo, oder was ist die Mitte?
......?
Irgendwie scheint sich dies hier zu einem email-Kummerkasten zu entwickeln.
Mir wäre es lieber, wenn sich stattdessen mehr Leute an den Kommentaren
beteiligen würden.Dann könnten andere für mich solche Fragen vielleicht
sinnvoller beantworten :-)
Aber egal,- ich lass mich darauf ein, und bin ja auch dankbar für die Vorschläge.
Wer allerdings etwas praktischere, und in momentaner Situation auch sinnvollere,
Antworten benötigt, den verweise ich vorher gerne erst mal hierhin:
feynsinn - Wer wählt die FDP?
weißgarnix - Politik für die obersten 1,6 Prozent
Da die Frage aber anscheinend mehrere politisch, als auch gesellschaftlich
immens beschäftigt, und ich mein Zeug´s immer noch nicht als Politblog sehe,
fange ich gemäß dem Sinn meiner Seiten folgendermaßen an:
1.) Wenn man überhaupt nicht in der Lage ist zu relativieren, dann wird
man zum Fundi und Dogmatiker.
2.) Wenn man´s mit dem Relativieren aber übertreibt verliert man seinen
Standpunkt, und den Überblick.
3.) Dazwischen gibt´s eine vernünftige Mitte.
Für jeden normalen Menschen mit funktionierendem, gemeinschaftlich verwertbarem
Einschätzungsvermögen, müsste dies vollkommen ausreichen. Wer
also jetzt noch weiter liest gehört eindeutig zum Bildungsbürgertum,
und/oder den Esoterikern.
Nach meinem Standpunkt verhalten wir uns z.Zt. viel zu sehr nach dem
Muster des zweiten Satzes, - leben konträr dazu aber im Dogma.
Eine bestimmbare Mitte benötigt aber immer zwei bestimmbare Enden,
um dieselbe abstecken zu können.
Während die Dogmen von Religion und starren Ideologien immer noch als berechtigte
Schreckgespenster im Kopf herumgeistern, waren wir irgendwie nie fähig uns
mal das andere Ende der Fahnenstange anzusehen.
Nämlich den kompletten Verlust der Übersicht.
Warum so etwas passieren kann ?
Nun, da besonders Politiker dazu neigen einfache Begriffe im politischen Kontext
zu relativieren wo es gerade geht, probieren wir´s mal mit zwei konträren
Extremen aus diesem Umfeld.
Eine liberale Partei welche seit Jahrzehnten ununterbrochen das gleiche
predigt, und mit absolutem Tunnelblick vollkommen unfähig ist auch nur
einen Handbreit Eigenreflektion zu betreiben, ( jedenfalls öffentlich ),
und stattdessen immer die gleichen Parolen und Vorgehensweisen herunterbetet,
- kann man eigentlich nur als dogmatisch bezeichnen.
Das perfide ist, das hier der Relativismus liebend gerne benutzt wird um
die eigene Idelogie zu verkaufen.
Eine ökologische Partei, welche seit Jahrzehnten bereit war immer mehr
Kompromisse zu schließen um nur ja Machtanteile zu erhalten, um zum
Schluss sogar mit dem Teufel ins Bett zu gehen, dann seine Kinder
auszutragen, und jetzt krampfhaft versucht ihren Heiligenschein zu erhalten,
- kann man bedenkenlos als vollkommen relativistisches Gegenstück bezeichnen.
Hier werden immer noch gerne alte Dogmen gepredigt um die eigenen
Anpassungen, und den Totalverlust jeder Ideologie zu verdecken.
Tja, - jetzt haben wir das Dilemma.
In einem Umfeld wo keiner mehr das widerspiegelt was er tatsächlich ist,
lässt sich eine Mitte nicht mehr herausfinden.
Jeder der mich jetzt noch diesbezüglich, zumindest im politischen
Umfeld fragt, der mutet mir etwas zu, was ich selbst in meinen schlimmsten
Wunschträumen noch ablehnen würde, ( au, ja, jetzt
benutze ich das hässliche Wort selber mal ), nämlich Deutungshoheit.
Aber das passiert nun mal, - wenn man etwas zuviel mit der Relativität
rumspielt. Es ergibt am Ende immer einen Zustand wo jede Übersicht
verloren ist. Da ist auch nicht hilfreich, wenn jetzt jeder der mal von
Einstein gehört hat, immer das gleiche, falsch verstandene, Zitat loslässt.
Da ich jetzt aber keinen im Regen stehen lassen will, liefere ich trotzdem
eine meiner grausamen Erklärungen am Boden des Raumes.
( Ich habe schließlich einen Ruf zu verlieren.)
Bezüglich einer Frage wie, "was die Mitte ist", ist Relation
durchaus erlaubt, da der Terminus "Mitte" immer als Ortsangabe
funktioniert, und deshalb eine gleichbleibende Bedeutung behält.
Ich könnte jetzt z.B. behaupten: "Die Mitte ist Aufmerksamkeit."
Zwischen vollständiger Ignoranz, und absoluter Überbeschäftigung
mit einem Thema als ausmachbare Extreme, - reicht Aufmerksamkeit im gesellschaftlichen
Kontext vollkommen aus, um die Übersicht nicht zu verlieren. Wir können
zwei eindeutige Enden am Lineal ausmachen, welche sich selber nicht widersprechen,
und damit eine Mitte ausmachen, - welche wir sogar beschreiben können.
Bezüglich einer Frage wie, "wo die Mitte ist", sollte man
sich erst klar werden, wie präzise die Ortsangabe sein soll.
Hier sollte man mit Relationen extrem vorsichtig sein. Ein Umstand welcher aus
politischer Sichtweise hervorragend geeignet ist den Morgennebel auf den ganzen
Tag auszubreiten.
Ihr habt wirklich bis hierhin weiter gelesen?
Kennt Ihr die rekursive Steigerung zum Begriff "Relativität"?
.......... "Atomisierung"
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