09.03.2010 von eb
Kommunales Privatisierungskino, Teil II
Im November letzten Jahres, hab ich mal versucht auf den lokalpatriotischen Flair von Auseinandersetzung mit der mittlerweile bundesweiten Sterbehilfe für kommunale
Krankenhäuser hinzuweisen,
die auch im finstersten Hinterland nicht mehr an den neoliberalen Marktideologien der üblichen bundesdeutschen Modernisierungswelle vorbeikommt die sich da Reformbestrebungen schimpft. Auch das es im Wald immer
jemanden gibt, der seine Cleverness als Modernität zu verkaufen weiß und als erster damit anfängt, braucht seine Weile bis auch die
Lokalpresse merkt das man ein Thema nicht mehr unter "political correct" einfach so unbeteiligt wie möglich in den Eimer des Vergessens schreiben kann.
Immerhin kämpfen hier Menschen, und eine ganze Menge davon mit viel Verstand und Herzblut, um ihre Zukunft. Schön, das es den einen oder anderen Lokalmatador mit in den Strudel zieht, und er sich fähig zeigt, sich auch mal ausserhalb des normalen
Bulletinjournalismus sich ans Eingemachte zu wagen. Respekt.
Die Privatisierung der bundesdeutschen
Krankenhäuser, braucht unbedingt eine konsequente Auseinandersetzung mit sich selber. Auch wenn
die
frequentierteren
Medien
das Thema aus ihrer marktpolitischen Sicht heraus duchaus fähig sind kritisch zu betrachten, so zeigt uns erst die
Auseinandersetzung mit den
Menschen dahinter worum es eigentlich geht. Kosten, - oder Menschen?
Natürlich hängen sich die arbeitsplatztechnisch betroffenen Menschen an "ihr" Umfeld, an "ihren" Arbeitsplatz, und an "ihre" Zukunft. Auch wenn der Wille zur optimalen Patientenversorgung noch so hoch ist, - so hängt man sich denn trotzdem an die nächst möglichen Heilsversprecher, die einem im nächst möglich übersichtlichen Blickfeld ein "wenig" mehr Sicherheit für die Zukunft versprechen. Dabei verliert man schnell mal die Übersicht über den Gesamtkontext der eigentlich dahinter steht, und dem oft zitierten und vorgeschobenen finanziellen Realitätssinn lediglich ein wenig heiße Luft für noch kältere Zeiten verschafft.
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08.03.2010 von eb
Ein Jahr Alienblog
Fast hätte ich was übersehen. Antiferengi gibt´s jetzt seit genau einem Jahr.
(Na ja, plus,minus einen Tag). Zeit für einen kurzen Rückblick, und den momentanen Status
des Wohnzimmers bzw. seines Bewohners.
An dieser Stelle erstmal ein Riesendanke an alle meine Leser, Kommentatoren, und auch an alle anderen blogger, die bisher die Nerven bewiesen haben meine eigenen Kommentare zu ertragen. Das mein liebevoll gepflegter Friedhof überhaupt so was wie Leser hat, die sich zudem sogar noch im Laufe des Jahres vermehrt haben, statt ob meiner doch recht wechselvollen Stimmungslagen das Handtuch zu werfen, war gelinde gesagt, eine echte Überraschung für mich. Deshalb nochmals, - ein Mordsdankeschön.
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07.03.2010 von eb
Politischer Offenbarungseid
Ist das zu fassen? Darauf das Merkels HartzIV-Ideen genauso,
allgemein, unverbindlich und unbrauchbar sind, wie das rumeiernde Ego-Geschwätz von Gabriel und Künast, will ich gar nicht erst eingehen. Immerhin reden wir vom Resultat von minimum 12 Jahren komplett bankrotter Arbeitsmarktpolitik in rot-grün, scharz-rot, und schwarz-gelb gestreiften Hemden, wo überall Agenda2010 und HARTZIV als belustigende Aufnäher fröhlich so ziemlich alles totgelogen haben, was die Menschen dieses Landes in den Rachen einer unersättlichen Profitgier von Arbeitgebern geworfen hat, die sich jetzt die Hände reiben, weil sowas wie Manchesterkapitalismus anscheinend wieder hoffähig wird.
Aber kaltschnäuziger als die Kraftmeierei von Hannelore kann es gar nicht mehr gehen;
"Wir müssen endlich ehrlich sein", forderte Kraft. "Rund ein Viertel unserer Langzeitarbeitslosen wird nie mehr einen regulären Job finden." Für sie müsse so schnell wie möglich "ein Gemeinwohl-orientierter Arbeitsmarkt" aufgebaut werden. Mehrkosten für den Staat entstünden nicht. "Die meisten Langzeitarbeitslosen werden sich über eine sinnvolle Beschäftigung freuen, selbst wenn sie dafür nur einen symbolischen Aufschlag auf die Hartz-IV-Sätze bekommen."
Sie hat sie einfach abgeschrieben. Die Opfer der Gammelpolitik der eigenen neoliberalen Mischsoße aus gemanagter, exportorientierter Marktgeilheit, blindwütig und blauäugig deregulierter Finanzjongleure, und politkastenmäßiger Wirtschafts-, und Industrieanbiederung, hat sie einfach abgeschrieben. Müll. Abfall der Gesellschaft. Grad noch gut, um in privatisierten Altenheimen das bereits schon weit offende Tor des Arbeitsplatzabbaues jetzt nun endgültig herauszureißen. Mit schier unglaublicher Unverschämtheit, auch noch als Ehrlichkeit herum gereicht. Und natürlich lapidar damit geschmückt, das dem Staat keine Mehrkosten entstünden. Tut mir leid Leute, wenn das jetzt ein wenig emotional ist, aber das fass ich nicht. Gibt es eine Obergrenze für Kaltschnäuzigkeit und Zynismus? Die Frau sagt damit nur eines; Weiter so, wie bisher, Umdenken ist nicht nötig, - den Abfall entsorgen wir unauffällig und kostensparend.
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06.03.2010 von eb
Meisterin des non-statement
Habe mir immer Schwarz-Gelb gewünscht
Wieder mal ein schönes Interview der FR mit unserer Regierungschefin. Da ist jetzt kein Vorwurf gegen die FR, oder gegen die Interviewer beabsichtigt, denn
eines muss man der Frau lassen. Sie beherrscht in grandioser Manier die hohe diplomatische Kunst des bedeutungsvollen Nichtssagens, welches so wirkt als wäre alles gesagt, aber trotzdem alle möglichen weiteren Optionen offen lässt. Kultivierung des Ist-Zustandes, der jede mögliche Veränderung wie einkalkulierte Strategie erscheinen lässt.
Oder anders; das alles für selbstverständlich erklärende Leuchten in den Augen eines
Käfers, mit Blick aufs Ufer, auf einem Blatt, welches auf der Wasseroberfläche eines reißendes Gebirgsbaches herumtanzt.
Interessant die Überschrift des Artikels;
Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht im Interview der Frankfurter Rundschau über den Krach in der Koalition, die Gesundheitsreform und ihre Skepsis gegenüber Schwarz-Grün.
Ich suche immer noch konkrete Stellungsnahmen, bezüglich der Überschrift.Die einzige zu ortende Aussage betrifft lediglich die CDU-FDP Koalition, und eine in meinen Augen gnadenlose Unverschämtheit Politprostitution und Sponsoring zum Kavaliersdelikt zu erklären.
Vielleicht sollte ich es so zusammenfassen wie sie selber.
Es wird klappen, ich bin zuversichtlich.
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06.03.2010 von eb
Leseempfehlung
Ah, damit vergisst man sogar das ganz hartz4-lose Schneeschippen, und freut sich auf den
Morgenkaffee. Der
Guardian of the blind zeigt uns
die niederträchtige, kriminalisierte und endzeitfiligrane Welt der digitalisierten Informationsgesellschaft, die uns in Zukunft ohne Vorratsdatenspeicherung blühen wird.
Ohne Vorratsdatenspeicherung drohen uns ganz und gar unermessliche Gefahren!!!
05.03.2010 von eb
Alltag
Merkel übt sich in Harmonie mit der Wirtschaft
Angenehme schläfrige Ruhe kehrt zurück an die Stammtische einer verunsicherten Gesellschaft, die gerade noch heftig schlucken musste, weil das Resultat der vorherigen
Schläfrigkeit plötzlich all zu deutlich in Föhnfrisur und gelber Krawatte die Maske der eigenen Gesinnung gezeigt hatte.
Die Kanzlerin fühlt sich angespornt, moderiert ein paar konstruktive Gespräche, die Verbände relativieren ihre vorherige Kritik, und übernehmen als Dank wieder in gewohnter
Manier das Ruder. Und als Zugabe die Gesundheitspolitik gleich mit, weil die Gesundheits-, und Pflegekosten dringend vom Arbeitsverhältnis entkoppelt werden müssen.
Business as usual. Die Ökonomen ökonomisieren den Rest der noch zu ökonomisieren ist, und alle können sich wieder behaglich zurück lehnen. Grade noch mal geschafft. Das wär ja fast
peinlich geworden. Um ein Haar wäre man glatt gezwungen gewesen sich mit Realitäten auseinander zusetzen. Noch´n Bier. Die Zeiten wo ein(e) Bundeskanzler(in) noch die Wirtschaftsverbände ermahnt hatte sind nun mal Vergangenheit. Der Schulmeisterfinger
gehört heute auf die andere Seite. Bei einer Bundeskanzlerin, bei derem politischen Aktionismus, man selbst noch ihren Ziehvater als Breakdancer bezeichnen kann, sowieso. (Zitat von Ralf). Kristina Köhler, nee , Schröder, (es gibt Namen die nerven einfach), bastelt nebenher den perfekt kalkulierbaren Pflegeplan zur Pflege der Refinanzierung von Pflegebedürftigen, und nur einen sieht man nicht mehr so richtig. Wo steckt eigentlich Rössler? Hatte der nicht mal was mit Gesundheit zu tun?
05.03.2010 von eb
Zukunftsforschung
Die gute alte
Trendforschung im Zeichen der ICH-AG´s.
Über das Thema hab ich mich im Verbund mit Think-Tanks, und Bertelsmann sicher schon öfters ausgelassen, aber scheint mir aus gegebenem Anlass wieder mal auf´s neue aktuell.
Zuerst einmal ist Zukunftsforschung ein echtes Baby des neoliberalen Marktes. Aus der guten alten Trendforschung, als Werkzeug der ehemaligen Marktforschung hat sich lediglich das Bestreben weiter entwickelt, potentielle Geschäftsfelder im voraus abzugleichen, und weiterführende Chancen zu sichten. Im angebotsorientierten Markt sieht das natürlich auch
so aus, das Trends nicht nur erforscht, sondern auch erzeugt, und gesteuert werden.
An Publikumslieblingen wie
Matthias Horx,
Daniel Dettling, und
P. Kruse kommt man da gar nicht mehr vorbei, wobei einige davon es bereits schon bis in die obersten Weihen der politischen Beratung geschafft haben.
Da sich auch die
freien, und "Tschibo"-
Universitäten des Landes, ausgesprochen erfolgreich in diesem "Markt im Markte" profilieren konnten, blieb es nicht aus das sich
eine ganze
Institutslandschaft
entwickelte,
die auch für jeden Geschmack das richtige Orakel zu bieten hat.
Mit drei Dingen ist dieses Verkaufsgenre immer in Verbindung zu bringen,
Management-, und Unternehmensberatung,
Positivismus, und
Wirtschaft. Wer es nicht ins mittlere Management geschafft hat, muss
sich natürlich erst mal über Publikationen einen Namen machen. Diesbezüglich kann man sich gar nicht mehr retten vor lauter Zukunftsideen.
Wie bereits gesagt, das Ding ist ein echtes Baby des neoliberalen Marktes.
Was man in diesem Umfeld ebenfalls immer wieder finden wird, sind
Begriffe
wie
Evolution,
und Ängste im Verbund wie z.B.
Klima,
Überbevölkerung, und natürlich Bertels, und Springers Lieblingskind, bzw. des deutschen Angstmacher Nummer 1,
Demographie.
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03.03.2010 von eb
Nasabären
Ich hoffe schwer das mir flatter bei feynsinn jetzt nicht böse ist, weil ich
einfach mal was von ihm klaue. Aber da hat er
heute in einem seiner wunderbaren Artikel mit einem Schlusssatz geendet, der auf einen der üblichen Wissenschaftsartikel bei
Spiegel-Online verweist, der einfach ein zu gutes Beispiel für heutige dementsprechende Bildungsofferten darstellt, als das ich dazu einfach nein sagen könnte.
Diese Art von entsprechender Berichterstattung hat in einschlägigen Kreisen einen speziellen Namen. "Nasenbären". Wann immer man billig und schnell Stoff für eine kleine
Sensationsmeldung aus dem Bereich der erdbeben-, oder überschwemmungsgeschüttelten Erdoberfläche benötigt, um im Endzeitfieber flach liegende Gemüter zu erhitzen, wird man hier immer fündig. Gerade das Jet Propulsion Laboratory der Nasa ist in einer Unzahl von Projekten des Klimamodellings, bzw. generellen Erfassens von erdrelevanten Daten involviert, die immer gut für eine kleine Show sind.
Die verschiedenen Abteilungen der Nasa versorgen, im Gegensatz zu den eher geschlossenen anderen Forschungsplattformen, die Öffentlichkeit mit einer nicht unerheblichen Anzahl von Neuigkeiten, welche sich direkt aus internen Arbeiten ergeben. So eine "Short-Message" sieht dann ungefähr
so aus.
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03.03.2010 von eb
Blätterkrieg
Stern gegen Bunte
Hmmm, da bekommt man wahrhaft sarkastische Grundempfindungen vom feinsten ab.
Krieg zwischen Stern und Bunte.
Vorbei die friedvolle Einigkeit über der These, das nur in einem
gesunden Körper auch ein bildungsfähiges Hirn vorhanden ist. Vorbei, der gemeinsame Kampf gegen Deutschlands Dicke.
Das bunte Blättchen aus Burdas Freizeitpark hat die Grenzen überschritten, meint Bertels, äaah, Gruner u. Jahrs Admiralitätspostille.
Bespitzelungen des Privatlebens von Politikern durch Privatdetekteien. Obwohl das heißt jetzt nicht mehr Detekteien, sondern Spezialagentur. So ist das mit der Political-Correctness. Wie man´s macht, macht man´s falsch.
Vorbei auch die guten alten Zeiten, wo ein anständiges Revolverblatt einen erfahrenen Paparazzi engagiert hätte, der jedem dieser Spezialagenten gezeigt hätte wo der Hammer hängt. Vorbei die spannenden Straßengemetzel fürstlicher Gnaden aus Monacos Steuerparadiesen mit den journalistischen Subkulturen einer Ära, die noch wusste was wirkliche Unanständigkeit bedeutet.
Flüchtende Liebhaberinnen von Politikern im Kofferraum? So einer hätte sich geschwind noch mit in den Kofferraum geschmissen, um nur ja noch ein Foto vom untergehenden Licht mit zu bekommen. Da wird glatt noch ein Agenten-Flug von Deutschland nach Italien finanziert, um Wulff mit seiner Neuen beim Flirten zu beschatten. Mein Gott. Pisa ist voll von Leuten die sich sogar noch durch eine Toilettenspülung zwängen würden, um ein Foto von der Hand am falschen Platz zu erhalten. Das war noch echter Leistungswille, - und vor allen Dingen, in vollkommener Eigenverantwortung. Und jetzt?
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02.03.2010 von eb
Zeitungsticker
Genug der nebulösen Nebeleien, und zurück in den Dschungel der Tagespresse. Zumal heute ein halber Tag mal so richtig Zeit ist, alles was angestanden hat erledigt ist, überhaupt keine Termine anstehen, und gerade aufkommende Langeweile vernichtet werden muss.
Das Rennen um die erste Meldung um das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur umstrittenen Vorratsdatenspeicherung hat heute die
welt 10:08 gewonnen. Kompliment. Darauf folgt die
Frankfurter Rundschau (10:17), und
die FAZ (10:20) hinkt zwei Minuten mit einer Eilmeldung nach, und auch
SpOn sieht sich genötigt zum gleichen Zeitpunkt die gleiche Eilmeldung mit der üblichen Eigengesinnung aufzupeppen, und jammert haltlos Bosbachsche Verluste zur Terrorbekämpfung hinaus. Wirkt ein wenig, als wäre vorher schon abgesprochen worden, was geschrieben zu sein hat.
Interessant auch, das SpOn, und
Tagesschau-Online 10:26 ihre Meldungen fast zeitgleich bringen, und auch der Inhalt ist vergleichbar.
Ziemlich spät dran (10:41) ist diesmal die
Süddeutsche (Klar Nord-Süd-Gefälle).
Die deutlich grünierte
TAZ kann ich zeitlich leider nicht mehr orten. (Musste mir einen Kaffee machen ), wartete aber um 10:58, genauso wie Tagesschau-Online immer noch auf die ersten begeisterten Kommentare. (Die Kommentare geben mir immer Hinweise, welche Garde von Menschen was, und wann liest.)
Auch Bertelsmann´s Kulturblatt
Stern
hätte ich fast verpasst, hat aber schon um 10:56 die ersten Kommentare, wobei bis 11:06 einige davon verschwinden, welches zur selben Zeit
ein Kommentator folgendermaßen beschreibt: "zensor, immer daran denken die Zeitung heisst stern.de nicht stasi.de"
Spannend. Auch das Frankfurter Rundschau und Welt die gleichen Fotos verwenden. Die Titelseite des Sterns hat die Idee übernommen, aber mit anderem Handy. Ach, ich liebe diese Meldungen, auf die alle gierig warten. Vielleicht schreib ich ja heute auch noch was zum Inhalt?
Ach was, das sollen andere machen.