30.07.2010 von eb
Objektivität
Eines der Lieblingswörter aus der Schublade der sachlichen Versachlicher, der Gefrierfach-Denker, und dem Ambiente der mit Systhemtheorie spielenden Ideologen schlechthin.
Objektivität. Fast schon ein Renner und immer gerne dann benutzt, wenn
sich jemand als kühler Überflieger der unendlichen Vernunft präsentieren will.
Fragen zum Weltwirtschafts-System? Zum Finanz-System?
Zum gesellschaftlichen "System"? Zum sozialen "System"?
Zum ökologischen "System"? Planungen für ein "System" zur Betrachtung der
Ferilitätsrate um "systemisch" steuern zu können?
Zum Fortpflanzungssystem? Na ja, gut, letzteres gehört jetzt nicht hierher, geb ich ja zu.
Wäre aber wenigstens ausreichend beschreibbar. Auf jeden Fall ist Objektivität angesagt. "Das muss man objektiv sehen"; spricht der
kluge Sachbearbeiter der Sachen. Der Objekte. Objekte, die man objektiv betrachten,
und objektiv behandeln muss. Also, die wertfreie, unparteiliche, unvoreingenommene, unemotionale und annahmefreie Beurteilung eines Objektes oder Sachverhaltes, bei höchstmöglicher Berücksichtigung aller Umgebungsfaktoren.
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29.07.2010 von eb
Affentheater
Förderalismusreform, Hochschulreform, Gesundheitsreform, Rentenreform......
Und und und. Die gescheiterten Modelle einer rot-grünen Ägide aus der Vergangenheit
werden bleiern beibehalten und stricken sich im Dogma der Unantastbarkeit einer neoliberalen Modellvorgabe, unverändert über Details das eigene Netz zur Existenzberechtigung. Bei der X-ten Gesundheitsreform z.B. sehe ich schon gar nicht mehr eine Diskussion zwischen politischen Kontrahenden, sondern lediglich noch die neuerliche Etablierung über sich selber. Ich könnte mich über einen Philipp Rösler sicher zu Recht aufregen. Dass der Mann aber lediglich ein gescheitertes Modell der Privatisierung ganz besonders schlecht weiter strickt, geht im Sumpf einer unveränderten Gleichbehandlung doppelt unter. Die SPD holt dafür ihre alten Schergen zurück und beweist damit, dass sie sich keinen Zentimeter aus der Kontrolle und Mitbestimmung alter Pferdeflüsterer entfernt hat, die sich lediglich einer neuen Zeit mit einer neuen Rhetorik angepasst haben. Eine Zeit die gemerkt hat, dass man den Bogen des Leistungsbedarfes und der Kalkulation von jedermann nach seinem Zweckwert, zumindest nicht publikumswirksam allzu überspannen darf, wenn man alte Positionen dabei nicht verlieren will.
An was hier gestrickt wird, ist noch nicht ganz
untergegangen. Aber das Privatisierung und Effizienzkalkulationen aufgrund eines Handelskonzeptes über Eigenverantwortung selbst noch an den
ehernsten Bastionen der Menschlichkeit rüttelt, welche die Dinge dann in die Richtung lenken, die des Flüsterns mächtig sind, verschwindet in der Akzeptanz von Überlegungen, die sich lediglich weiterbewegen müssen. Und in der Hilflosigkeit der eigenen fehlenden Fähigkeit über Sachzwänge hinaus
zu blicken, holt man sich die Mithilfe derer, die als Gegner einer Zweiklassengesellschaft auftreten, aber für die arbeiten, welche eine Dreiklassengesellschaft aufgebaut haben.
Derer, die im Wahn der eigenverantwortlich gestörten Dynamik alles losgetreten haben,
um aufs neue denen die Verantwortung zu übertragen, die zwar adaptiv, aber unverändert die eigene Ideologie
konstruktiv
beratend unter Volk und Politik mischen.
Und so werden sie die Welt wieder mit ihren Studien überschütten, und der kalte Atem der Sachdienlichkeit wird weiter seinen Keil in die Herzen der Menschen treiben. Und so beraten, - werden wieder mal alle wissen was richtig-, aber keiner mehr fragen was falsch ist. Ich sehe keine Hoffnung mehr auf Wahrheit.
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29.07.2010 von eb
Experten über Moralin im Nebel der Sachlichkeit.
Hatte ich nicht mal probiert zu erläutern, was es bedeutet kleine aber gelungene
Absprachen innerhalb der
Systemtheorien vergessen-
und dabei den Unterschied zwischen denselben und Metaphysik nicht mehr wahrhaben zu wollen? Die FAZ sucht ja nun selber auch schon seit längerem den
Tempel der Vernunft,
aber bezüglich ihres Artikels über wissenschaftliche Beschäftigungen mit dem eben nicht gar so einfachen Begriff "Moral", muss ich ihr zugestehen eine ausgesprochen passende Übeschrift gefunden zu haben. Da vermute ich mal ganz unbedarft, dass hier irgendwo noch ein versteckter Rest von dem vorhanden ist, was erstmal wissenschaftlich bewiesen werden muss. Sieht aus, als würden da eine Menge Leute erst mal auf das Ergebnis warten wollen. Das kann dauern.
Die Sonderformen der heutigen Ingenieure wie z.B. Psychologen, Biologen und Neurologen versuchen also den Begriff "Moral" ganz sachlich über das metaphysische Schiff der offenen Systematik geschlossen beschreiben zu wollen.
Nicht, dass man mir jetzt vorwirft was gegen Metaphysik zu haben. Ganz im Gegenteil. Nur die hat ihren Sinn ja gerade darin, dem wissenschaftlich-"systemischen" Nachteil der fehlenden Möglichkeiten bezüglich offener Systeme entfliehen zu wollen, ohne den Maschinisten dabei ihr Handwerkszeugs zunichte zu machen. Ob nun Konstrukteure sich mit Metaphysik beschäftigen oder Metaphysiker versuchen systemisch konstruktiv vorzugehen. Das Resultat ist auch hier wieder mal erstaunlich neblig und hilflos, wenn selbsternannte Systemtheoretiker Statements vor Forschung machen.
Aber System hat nun mal System. Und Moral ist jetzt Wissenschaft.
Frei nach Sherlock Holmes wird erstmal das aussortiert, was der wissenschaftlichen Möchtegern-Seriösität nicht in den Kram passen könnte. Gott selber war´s also nicht. Immerhin. Unabhängig vom Grabenkampf zwischen Theisten und Atheisten, welche beide Glauben mit Wissen verwechseln, hat man es doch mittlerweile zur Schlussfolgerung gebracht, dass Moral eigentlich noch nie an Religiösität gebunden war.
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28.07.2010 von eb
Das ist Zynismus pur
Neues vom
Neuköllner Bürgermeister
Passend zum Auftauchen eines ebenfalls förderalen Bayern.
Blinde Akzeptanz einer konservativen Moderne, die zu dumm ist nach menschlichen Lösungen zu suchen und sie deshalb im Machbarkeitswahn von OECD-Zwängen über Kalkulation von Menschen sieht. Das ganze noch von Menschen die im Mittelschichtswahn lechzend nach oben streben, indem sie selbstgefällig nach unten treten. Die die nichts begreifen, kritisieren die die nichts begreifen mittels fehlendem Begriffsvermögens. Und das Ganze auch noch fassungslos. Der ökonomisierte Verwaltungswirt aus dem Geschichtsbuch der förderalen Sozen mit Standes- und Abstammungsdünkel, lässt mal wieder den Hammer fallen und verteilt den eigenen Zynismus weiter. Durch so Freaks sehe ich allein schon die Begründung darin, etwas gegen Kindertagesstätten für unter Dreijährige zu haben. Einfach schon, weil sie einmal nicht imstande sind, Menschen außerhalb von Begriffen wie "Bildungsferne", "Einkommensfaktoren", "Investment" und "Fördersystem" betrachten zu wollen, und andererseits ihre eigene bigotte Selbstgefälligkeit, fehlende Empathie und Kaltschnäuzigkeit genauso hinter diesen systemischen Begrifflichkeiten verstecken müssen,
wie ihren eigenen Wunsch nach Aufmerksamkeit.
Leute die groß vom gescheiterten Multi-Kulti reden, aber das absolute Versagen der eigenen Ideologie glatt übersehen. Typen, die in Kinder investieren wollen, weil sie die Motivation und die Aufbauarbeit der Eltern vergeigt haben und beim Investment schon jetzt im Kopf haben, wie sie dies weiterführen können. Was sich an seinen Äußerungen von denen eines Georg Westerwelles, eines Thilo Sarrazins, eines Roland Kochs, einer Ursula v.d.Leyen, einer Kristina Schröder und vieler anderer unterscheidet, suche ich immer noch. Mag der eine oder andere es besser verpacken, sozialer verkaufen, rhetorisch besser abgleichen, kommunikativer gestalten, - dass beschränkte nach elitärer Anerkennung lechzende Denken ohne geistigen Background ist das gleiche. Es wird da gerechnet wo nichts ist, anstatt da zu rechnen wo es ist. Und die deutsche Kinderhilfe spielt den Steigbügelhalter für die Helden die es geschafft haben, ein Sozialsystem in ein Fördersystem zu ändern, welches Dinge ins große Nichts fördern will, dessen vorheriger Inhalt durch die gleichen Helden nach oben verschleudert wurde. Und die dabei verlorene Menschlichkeit, kalkuliert ihren systemischen Faschismus auch noch über 150 Euro.
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28.07.2010 von eb
Joo, da ischer widda.
Gott, fast hat man ihn vermisst. Nu ist dem förderalsten Förderer beim bürokratisieren der Entbürokratisierung in Brüssel doch glatt das Förderband abhanden gekommen. Der Laptop lässt seine Lederhose in der
Süddeutschen zu Wort kommen. Die ist sich langsam auch für nix mehr zu schade. Und gleich spricht er auch schon wieder von Würsten. Wie gewohnt. Echt Bayer der Mann. Der Mann, der mal darüber Bundeskanzler werden wollte, indem er bayrische Selbstbeweihräucherung zum landesweiten Status-Quo erheben wollte, mault gegen Bildungsideale indem er die Bildungsideale der Förderalismusreform umsetzen will. Der größte Ideologe der Kleingeistigkeit, erzkonservativen Hintenansteherei mit Magnetbahntick und Tempelritter des elitären Abgrenzungsgehabes über Gymnasien, erzählt was von Machtoptionen zum Ungunsten der Kinder, wobei er sie selber in den irresten Wettkampf des Bildungsjahrhunderts geschleudert hat. Perfider geht´s nimmer.
Wer in drei Teufels Namen, hat den Kerl aus seiner Wegbeförderung entrissen. Ist das ein Scherz? Was will der hier? Ist das der Wunschtraum der CSU nach Reanimation des Vorgestern? Der letzte der noch eine Ahnung hat, was eigentlich grade abgeht, streckt seine berüchtigen zwei Finger wieder mal in die Höhe, verfehlt wie gewohnt die Nasenlöcher und schwafelt auch noch den letzten Versuch tot, überhaupt mal was bewegen zu können. Ich will nicht glauben, das die Süddeutsche den freiwillig in die Hütte gelassen hat. Sagt mir, dass das nicht wahr ist.
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27.07.2010 von eb
Leseempfehlung
Im Ländle werden i.d.R. aus drei Gründen Studien produziert.
Einmal um etwas, wo noch keiner von weiß, zu seinem neuen Meinungsbild zu gestalten.
Zum zweiten um etwas, was bekannt ist mittels Expertentum zu beschönigen.
Zum dritten um etwas, worum ebenfalls jeder weiß, aber keiner wahrhaben will, ebenfalls mit Expertentum zu beglücken. Im Land der Experten kann es daher nur positiv sein, wenn
sich einmal ein Institut des seltenen Falles annimmt und sich an etwas wagt, was der dritten Version entspricht. In der FR wird eine Studie des Institutes für Arbeit und Qualifikation (IAQ, also nicht IAB)
präsentiert, die jetzt ganz akademisch von
Minilöhnen für Millionen spricht.
Mehr als zwei Millionen Menschen verdienen weniger als sechs Euro brutto die Stunde, was in Europa nicht nur einmalig ist, sondern das Ländle auch zum Bananenländle erklärt. Bevor ich mich hier über die Zahlen auslasse, empfehle ich den Artikel selber zu lesen. Was ein wenig irritierend ist, ist das hier beschriebene plötzliche Erschrecken über etwas, was eigentlich doch schon ziemlich alt ist, aber mittels der zweiten Version der kommunikativen Expertisen immer unter dem Teppich gehalten wurde. Aber man will nicht
maulen, wenn auch mal Experten die Wahrheit in Richtung Masse exportieren. Da bin ich jetzt mal gespannt, welche Debatte zuerst da ist. Die über Niedriglohnsektoren, oder die über Lohnabstandsgesetz. Irgendein Experteninterview wird sicher folgen, welches selbst dieses Expertengutachten noch missbraucht, um mittels einer Hetze gegen Erwerbslose, von der Lösung des realen Problems abzulenken.
26.07.2010 von eb
Montagsfrust
Nach einem medienfreien Wochenende und erholsamer Beschäftigung mit anderem,
kommt man an der Neugier ums Tagesgeschehen leider nicht rum. Aber irgendwie
hat sich auch nichts verändert. Man hofft ja immer.
Aber immerhin erstaunlich, was so ein paar undichte
Löcher im Land der
geheimen Geheimnisträger so alles bewirken können. Selbst der Spiegel sieht sich
plötzlich gezwungen etwas als authentisch anzusehen, was der Authentizität seiner
eigenen vorherigen Wunschkulisse zuwider läuft. Aber irgendwie auch traurig. Vorbei
die Zeiten, wo jeder als Spinner oder Verschwörungstheoretiker im Blätterwald der
kritiklosen Kritik gebrandmarkt wurde, weil er mal behauptet hat, dass im Pentagon
mehr Sachen beschlossen werden, als ausgerechnet den Spiegeleiern der Nation zugänglich war. Vorbei die objektive Sachlichkeit der Abwinker, die den ehernen Kinderträumen
von strategisch positionierbaren Partnerwechseln, als nationale Bündnisse gegen den
Terror verkaufen konnten. Aber eine flexible Berichterstattung kann auch damit umgehen.
Flexibilität ist heute schließlich Status-Quo. Das beweist auch Herr Brüderle. Der will nämlich gerade die
Rentengarantie abschaffen. Herr Brüderle kann, wie wir sehen, eindeutig
zwischen Theorie und Praxis unterscheiden. Eine gegebene Garantie, welche als
Versicherung dafür gegeben wurde, dass im Zweifelsfalle oder bei Bedarf, etwas garantiert
ist, wird im Zweifelsfalle oder bei Bedarf zurückgenommen. Das sind zeitgemäße politische
Wertvorstellungen. Der Mann hat´s echt drauf, ernst genommen zu werden.
Ähnliche Probleme mit den kalkulierten Kostenträgern der aufkommenden
Rentenbeansprucher, hat nebem dem Senior- auch der Junior-Sunnyboy der FDP, Philipp
Rösler.
Bei den sattsam bekannten Aufbauern eines irgendwann mal in der Vergangenheit
existierenden Wirtschaftswunderlandes mit starkem Hang zur sexuellen
Fortpflanzung, sieht er eine unkontrollierbare Krankenkostensteigerung
im simplen Sachverhalt verborgen, dass ausgerechnet diese Klientel
das gleiche macht wie alle anderen. Sie altert. Das ganze passiert
aber merkwürdigerweise, laut Analyse erst seit drei Jahren. Dass ihn
das irritiert, kann ich verstehen. Dass aber das statistische
Bundesamt veranalysiert hat, dass ausgerechnet die politisch
geförderte Ausweitung der Beschäftigung Älterer, ein weiterer Grund für
die steigenden Kosten des Krankengeldes ist, wird ihn wohl mit seinem
Seniorpartner einen Kompromiss suchen lassen müssen, wo man eine
garantierte Nichtgarantie im Sparstrumpf verstecken kann.
Ebenfalls Probleme mit Garantien, hat Arbeitgeberpräsident Hundt im
immer noch arbeitgeberfreundlichen Wirtschaftsteil der
Süddeutschen.
Der hat Angst, dass die Zusage für die Einfrierung des Arbeitgeberanteiles
an der Kranken-Versicherungsbeitragserhöhung zurückgenommen wird.
Dem muss er natürlich als inoffizieller Vize-kanzler genauso,
wie in seiner Funktion als inoffizielle Deutungshoheit des Arbeitnehmertums
gegensteuern. Das macht er in gewohnter Manier, indem er der Regierung erzählt,
wie sie zu regieren habe und dass der beste Weg dahin ist,
seinen vormaligen Empfehlungen Folge zu leisten und Milliardenbeträge da zu holen
wo sich keiner wehren kann, - nämlich bei den Erwerbslosen.
Hier kann man sich zumindest auf Garantien verlassen. Der Mann ist eine
echte Garantie für sozialen Abbau und garantierte politische Einflussnahme.
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25.07.2010 von eb
Steampunk
Fotograf: Jake von Slatt Klick macht dick.
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Manchmal erfindet sich altes neu. Oder altes wird übersehen, um dann im Neuen erneut
altem ein neues Aussehen zu verleihen. Wer die ollen Cyberpunk-Romane von Bruce Sterling wie z.B. Schismatrix, Zikadenkönigin oder William Gibsons Biochips bzw. Mona Lisa Overdrive aus den 80igern noch in Erinnerung hat, dem wird die nihilistische Akzeptanz jedweder Auswirkungen irgendwann in der Zukunft, welches dieses Sci-Fi Genre geprägt hat, genauso aufgefallen sein wie die zumindest damals übliche Empfindung, die Visionen der Autoren als Dystopien zu sehen. Das man dies nicht alles gar so dogmatisch betrachten muss, haben beide Autoren selber unter Beweis gestellt.
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Normalerweise wird beim Science-Fiction der momentane Zustand phantasievoll weiterentwickelt, und dann mal geschaut was daraus werden könnte. Was der Cyberpunk wohl in den drastischsten Formen wohl auch geschafft hatte. Dass ausgerechnet die beiden genannten Autoren, in den 90igern mit einer Art Retro-Science-Fiction, einem ganz eigenen Genre auf die Sprünge verhalfen, indem sie einfach in die Vergangenheit zurückgegangen sind, und die Entwicklung der Technik ganz anders haben ablaufen lassen, als sie es tatsächlich getan hat, war den meisten mitunter etwas ungewohnt, hatte aber bereits damals schon einen ganz eigenen Charme, von dem sich keiner so recht freisprechen konnte.
Man stelle sich z.B. vor, dass nicht unbedingt Öl und Verbrennungsmotoren das Bild der technisierten Umwelt maßgeblich geprägt hätten, sondern z.B. Dampfkraft. Oder die Entwicklung von Computern wäre nicht hauptsächlich auf Grundlage der Elektronik, sondern der der Mechanik vonstatten gegangen. Neu ist die Idee in den 90igern sicher auch nicht gewesen. Schon in Frank Herberts "Der Wüstenplanet" aus den 60igern wurde sie zwar nicht zeitlich, aber örtlich behandelt. Wer David Lynchs Verfilmung davon 1984 angeschaut hat, wird sich nicht nur an bekannte Schauspieler und einen ebenso bekannten Punkmusiker erinnern, sondern auch an das eindrucksvolle Ambiente und Design einer Technik, die etwas atemberaubend morbid mechanistisch, altbackenes und auch düsteres an sich hatte. Ich denke, dass wir in diesem Film einen Großteil der Gründe suchen können, warum neben Science Fiction Autoren des Genres "Steampunk", (neben Dieselpunk, sind noch eine Menge anderer Variationen möglich), sich mittlerweile auch eine ganz eigene Kultur von Bastlern, Fotografen, Designern, Autoren, Blogger und eine Menge anderer Leute, sich um dieses Thema versammelt haben.
Was man davon halten soll, ist Geschmacksache und jedem selbst überlassen. Ich habe Radiointerviews gehört, in denen man versuchte den Leuten eine Art nostalgische Sehnsucht
anzuzimmern, was sicher auch nicht so ganz von der Hand zu weisen ist.
Andere versuchen es in die Ecke, Spezialfälle einer Netzkultur zu verorten. Der Begriff "Viktorianische Selbstverwirklichung" wird hierbei oft missverstanden, denn der bezieht sich eindeutig auf das Buch, "Die Differenzmaschine" eben von William Gibson und Bruce Sterling, wo sich im viktorianischen England unter der Fuchtel einer industriellen Partei, (die übrigens von Lord Byron geleitet wird ), das britische Empire tatsächlich zu seinen alten Wunschträumen hin entwickelt hat, und mit mechanischen Dampfcomputern auf erstaunliche Weise die heutige Internetstruktur wiedergegeben wird. Das hier verwendete Design und Ambiente, bildet aber sicher den zentralen Schwerpunkt der ganzen Sache.
Auch die Idee mit archaischen Computerkonstruktionen, kann man ein wenig auf Frank Herberts Wüstenplanet zurückführen, in welchem Computer allerdings zwecks Missbrauch, nur noch für besondere Gelegenheiten und von besonderen Personen verwendet werden durften. Mich haben z.B. in der Verfilmung die fliegenden Dampfleselampen fasziniert, die mitunter zu sichten waren. Auch daraus, könnte man eine ganz eigene Story bezüglich einer interessanten Beleuchtungskultur gestalten, was mit Sicherheit einige Steampunker irgendwann auch angehen werden.
Über Sinn und Zweck, kann sich jeder streiten wie er will. Der diesem Genre eigene düstere Charme, ist nicht immer gar so düster. Was unbedingt neu ist, ist aber, dass es Science-Fiction tatsächlich geschafft hat, eine Art künstlerische Kultur zu prägen, die sich tatsächlich dementsprechend äußert. Wer sich ein wenig Überblick verschaffen will, für den habe ich mal einige wenige Sachen, bzw. Links heraus gesucht, die für die diesbezüglich noch Uninfizierten einen kleinen Einblick gewähren. Ansonsten, braucht man nicht lange zu googlen, um sich selber ein Bild machen zu können.
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24.07.2010 von eb
Biotech und Glaubensfragen
Als Gerhard Schröder dunnemals den Spruch loslies; dass sich Forschung nur lohne, wenn sie Profit abwirft, - hat er praktisch nicht nur den generellen Startschuss für Wissenschaft als Selbstversorger-, sondern auch den Freibrief zur ungehemmten Selbstvermarktung der Forschung gegeben. Genau genommen, hat er damit zwei recht unterschiedlichen Bildern, von einer vormals weitgehend staatlich geförderten Grundlagen- und einer sich selbst finanzierenden industriellen Anwendungsforschung, ein gemeinsames Gesicht gegeben; - Profit.
Das ganze wurde begleitet durch einen wahren Feldzug von Ideologen, gegen jede staatliche Beteiligung. So nach dem Motto, staatliche Förderung gegen freie Marktwirtschaft. Wobei sich anfangs weder beide als Konkurrenten sahen, noch ersterem nicht mal klar war, was es denn schlimmes verbrochen hatte. Und zudem noch bezüglich irgendwelcher Vor-, und Nachteile, nicht mal Vergleichsmöglichkeiten vorhanden waren.
Denn einen Rückgang von innerdeutschen Patentanmeldungen einer staatlichen Förderung und Kontrolle anzulasten, während ein Herr Kohl den rüdesten Abbau an Forschungsgeldern vorgenommen hatte, den dieses Land je gesehen hat, hat wohl kaum etwas mit Fairness zu tun. Ich zumindest, hab 16 Jahre lang (ungläubig) gebetet, dass irgendein weiser Gott, diesem Mann etwas Einsicht schenkt. Auch wenn wir, dank Kohl, bezüglich der Patentanmeldungen jetzt wohl eher von einer exportorientierten Wissenschaftslandschaft sprechen können, fiel auch Schröder nichts besseres ein, als den Abbau nochmals zu erweitern. Als Alternative haben wir dann neben Tschibo und Eduscho Universitäten, einem ganzen Fuhrpark an Zukunftsinstituten und ThinkTanks, auch eine Universitätslandschaft erhalten, die jetzt im großen Mix zwischen staatlichen, privaten und selbst erwirtschafteten Geldern keinerlei Besserung des Problemes erfahren hat. Eher, sieht es ja wohl etwas düsterer aus, wie vorher.
Aber im Grabenkrieg von Ideologen, spricht man nicht von Sinn und Zweck, sondern von Überzeugungen, denen der Sinn zu dienen hat. Und das hat sich entwickelt. Selbst
2009 noch, fiel den esoterischen Marktbeschwörern nichts besseres ein, als die Äußerungen des Biochemikers Kealey immer wieder aufzuwärmen, der 1997 den absoluten Rückzug des Staates aus Wissenschaft und Forschung verlangt hatte. Wobei es interessanterweise die Ökonomen waren, die ihm im selben Jahr wegen negativer Markteffekte, die gar nicht weit weg von meinen eigenen Überlegungen sind, vehement
widersprochen hatten.
Doch die Welt der Theorie ist eine, die Welt der Praxis eine andere. Eine ganze Welt, im einseitigen Konkurrenzkampf um einen Wissenschaftshype, der als potentieller Wirtschaftsmotor gesichtet wird, sieht erst mal den Profit, dann erst die Folgen.
Ein interessantes Beispiel ist z.B. Brasiliens
Biotech-Boom zum internationalen Mitspieler auf dem härtesten Markt, den die Wissenschaft zur Zeit kennt. Über ethische Auswirkungen dieser Entwicklung, lasse ich mich jetzt mal nicht generell aus. Darüber sollte man sich an anderer Stelle weitaus ausführlicher, aber unbedingt Gedanken machen. Aber auch hier ist die Auseinandersetzung damit, immer noch von ideologischen Seitenhieben durchtränkt, indem man einem Land mit ehemals kärglich zu nennendem staatlichem Forschungsbudget, die Motivation und die Entschlusskraft einzelner, als Argument für einen freien Markt der Wissenschaft unter die Nase reibt. Wen man sich die Sache aber mal ohne solcherlei Glaubensfragen anschaut, dann zeigt gerade Brasilien, wie sich eine einseitige Orientierung an einem Weltmarkt nicht nur zum Selbstläufer entwickeln kann, sondern sich Entwicklungen auch ziemlich gleichen, wenn Staat und Wirtschaft dazu übergehen, allzu eng zusammen zu arbeiten.
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23.07.2010 von eb
Die Welt des Selbstbetruges
Die Mehrheit ist für mehr Demokratie, sagt uns der
Deutschland Trend
der Tagesschau. Wobei sogar eine klare Mehrheit für Volksabstimmungen ist.
Man befragt ein paar Leute, aus einer Auswahl von 80 Millionen, malt ein paar schöne Balken, die man mit Prozentzahlen nummeriert, und das war´s dann. Fragt man den Thekennachbarn oder das Smalltalkopfer auf der Straße selber, erschrickt man vor der Aussage, dass man entweder keine Zeit für so was hat, - oder wird gleich vom Statement
niedergemäht, dass man nicht an Politik interessiert sei. Das sind dann die Leute, die
bei profesionellen Befragungen eigentlich unter; "Keine Meinung" auftauchen sollten. Sollte man meinen. Genauso, wie bei den üblichen schwarz-rot-gelb-violet-grün gefärbten tabellarischen Produkten unserer Trendforscher, der proportionsmäßig peinlich große Balken der Nichtwähler mal lieber weggelassen wird, ist auch bei den einfachen Ja-Nein Fragen nicht ersichtlich, warum man Volkes visuelles Abstimmverhalten zum Abgucken, mit der großen Masse der Uninteressierten quälen sollte.
Macht ja nichts. Das ist ja auch nicht Sinn der Sache. Schließlich ist das Ding mit der Demokratie ja sowieso eine Frage der medialen Präsenz. In einer Gesellschaft, in welcher es mehr Trendforschungs- und als Kommunikationsinstitute getarnte Public-Relation-Unternehmen gibt, heißt Demokratie nicht mehr einsam Demokratie, sondern Mediendemokratie.
Hat ja schon Schröders weise eigene Trendforschung proklamiert. Und damit die Bequemlichkeit nicht gar zur Unbequemlichkeit wird, werden Trends nicht nur erforscht, sondern gleich selber gemacht. Man muss der politischen und gesellschaftlichen Willensbildung, des am Ende u.U. tatsächlich noch interessierten Volkes ja nicht zu viel Eigenverantwortung aufbürden. Die wird an anderen Stellen viel mehr benötigt.
Das bringt dann natürlich ab und zu, so Stilblüten hervor, wie z.B. das nur jeder fünfte Bundesbürger; "laut DeutschlandTrend", politische Entscheidungen auf Bundesebene den Bundestagsabgeordneten überlassen will.
Jeder fünfte der Befragten, entspricht also jedem fünften der Bevölkerung des Landes. Wenn ich die ca. 14 Mill. unter 18-jährigen fairerweise abziehe, entspricht das bei einem Restbestand von 66 Mill. immerhin einer Anzahl von 13,2 Mill. gegen Volksbefragungen, gegenüber 52,8 Mill. dafür. Dabei kommt man tatsächlich auf die ungefähren Prozentzahlen von 21 zu fast 80 Prozent.
So einfach ist heute Trendmache ... äh -forschung.
1000 bis 1600 zufällig ausgewählte Menschen, die des Telefonierens mächtig sind und ungefragt und unlustig Auskunft über sich selber geben sollen, werden stellvertretend für 66 Mill. Menschen herangezogen, die das dann ablesen und fröhlich als Bevölkerungswille akzeptieren.
Ebenso sind laut den Statements von Infratest-Dimap, ca. 34,32 Mill. Bundesbürger der Meinung, dass Angie die Legislaturperiode durchhält und 27,72 Mill. nicht, während gleich nebendran die gleichen
Trendsetter erzählen, das zwei Drittel der Deutschen das Ende der Koalition am Horizont sehen. Keine zwei Schlagzeilen voneinander entfernt, werden aus 42 Prozent plötzlich 62 Prozent.
Das, .... finde ich spannend. Was die Volksbefragungen angeht. Von wegen Demokratie und so. Da mache ich einen Vorschlag. Eine Volksbefragung bezüglich der Frage, - ob in den nächsten drei Monaten Neuwahlen stattfinden sollen, oder nicht? Meint ihr, dass so was möglich ist? Ich glaube jetzt zwar auf keinen Fall, dass solcherlei Befragung tatsächlich etwas mit Demokratie zu tun hat, aber wir würden eindeutig sehen können, welcher Medienpark, welche Politik bevorzugt.
22.07.2010 von eb
Fettnapf
Hatte ich schon erwähnt, das ich gegen
Kinderkrippen bin? (Übrigens auch gegen Kinder(g)rippen), Ok, dann verkünde ich das hiermit. Nicht das man mich falsch versteht. Ich bin nicht gegen Kindergärten. Ganz im Gegenteil. Kindergärten für alle, für jeden, von mir aus auch für die Erwachsenen. Die haben´s ganz besonders nötig, etwas mehr soziales Verhalten in der Gemeinschaft mal wieder spielend zu lernen. Kurzum, ich gehöre zu den 27 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung die Ursels von der politischen
Leyenspieltruppe und ihre ideologische Nachfolgerin, deren Namen absolut unwichtig ist, - überhaupt nicht mögen. Und noch schlimmer. Ich oute mich in diesem Punkt, freiwillig als absolut Konservativer. (Wo ist jetzt die CDU, die was davon verstehen sollte ?)
Schon möglich, dass es einfacher ist den schreienden Einjährigen in eine Kinderkrippe abzugeben, um unbelastet, termingerecht und endlich auch mal geschlechtlich gleichwertig dem Leistungstum frönen zu können. Das ist doch der Sinn dahinter, oder?
Ich werde euch was über Ein-bis-Dreijährige erzählen. Keine Zeit im Leben, ersetzt die ersten drei Jahre einer Verbindung Eltern zu ihrem Kind. Noch in der Puberpät des eigenen Nachwuchses und weit darüber hinaus, erkennen und leben alle Beteiligten das, was sich in diesen Jahren aufbauen ließ. Alles was sich unbewusst und instinktiv an Gefühlslagen, Empfindungen und Verständlichkeiten noch Jahre später nachvollziehen lässt, entwickelt sich in dieser Zeit. Das ist nicht mit Vernunft oder Rationalität zu erklären. Man fühlt es einfach. Alle diesbezüglichen Instinkte, auch viele Jahre später noch, die einem fast automatisch sagen, ob hier jemand traurig, fröhlich oder welcher Stimmung auch immer ist, werden in dieser Zeit fast zum Automatismus. Eine Nachvollziehbarkeit des Momentes, den nicht mal höchstverliebte, ja nicht mal Erwachsene die ein komplettes Leben zusammen waren, je so zustande bringen könnten. Wer diese ersten drei Jahre nicht versucht, auch wirklich jede erreichbare Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, vergeigt sich nicht nur die höchsten empathischen Fähigkeiten, zu denen ein Mensch überhaupt fähig sein kann, sondern auch die Möglichkeit sich ein Lernverhalten anzueignen, um auf jede neue Situation ohne Routine reagieren zu können, die so ein Kinder-, bis Teeanagerleben mit sich bringt.
Wenn ich der Mutter unseres Sohnes erzählt hätte, dass wir den Knirps in eine Kinderkrippe unterbringen könnten, hätte sie mir eiskalt und ohne Vorwarnung, mit einer Haarnadel die Gehörgänge von einem Ende zum anderen mit Frischluft versorgt. (Das ist symbolisch gemeint, ihr Nasen) Und das zu Recht. Auch wenn es verdammt schwer für alle war, die Geschichte in Deutschlands Kinderfeindlichkeit irgendwie terminlich auf die Reihe zu kriegen, so war jeder Moment traurig das Kind zu verlassen, und jeder Moment fröhlich es wieder zu sehen. Die einzigen Momente, an die man sich hier eher nicht gern erinnert, sind die, wo man die Nächte durchgewacht hat, weil der Nachwuchs krank war. Und es war immer zu wenig Zeit. Viel zu wenig Zeit. Absolut zu wenig Zeit.
Und da komm mir jetzt keiner mit Gender-Klischees. Die gab es bei uns gar nicht. Hier haben beide zu gleichen Teilen sich um ein Kind gekümmert und alles versucht, die umgebende Situation darauf anzupassen. Zu gleichen Teilen ihre Jobs, ihre Zeit, und alles was dazu gehört. Ob sie nun zusammen waren, oder nicht.
Auch die üblichen Scheidungstheatraliken der Durchschnittsselbstverliebten auf Kosten ihrer Kinder, oder irgendwelche christlichen Familienideologien, war nie unser Thema oder Problem. Also behaltet eure Klischees bei euch selber. Wenn ich von Klischees rede, dann höchstens von lachenden Kindern mit einem Sozialverhalten, was man auch als solches bezeichnen kann.
Auch die mittlerweile akzeptierten Marktwirtschaftsverbesserungsvorschläge, Kinder zeitlich jetzt so zu entsorgen, das Elterns Willfährigkeit lieber dem Leistungshype ihres Staates zur Genüge reichen, indem beide jetzt bequem arbeiten gehen können, ist nichts anderes als Kinderfeindlichkeit. Sie stören ganz einfach, beim Aufbau der optimalen Exportnation. Und in der Kinderkrippe fallen dann Bertelsmann´s Bewerter, oder sonstige Formen nationaler Soziologenerkenntnisse über sie her, und stellen Leistungskurven für das optimale Lern-, und Karriereverhalten dann schon bei zweijährigen her. Fällt denn keinem auf, das hier schleichend eine vormalige Diskussion um mehr, und vor allen Dingen erschwingliche Kindergartenplätze, in eine Akzeptanz zu Kinderkrippen überführt worden ist? Mittlerweile nickt hier jeder mit dem Kopf, und findet das ganz toll. Moderner Zeitgeist, oder? Tut mir leid wenn ich den einen oder anderen enttäusche, aber die ganze Kinderkrippen-Dramatik, ist für mich nur ein weiterer Schritt in den Abgrund.
Es ist Bequemlichkeit, um sich eine Entwicklung schönzureden, die in die vollkommen falsche Richtung geht.
Die anfänglichen Aktionen einer v.d. Leyen für mehr Engagement der Väter, und die Möglichkeit dies auch leben zu können, habe ich sehr begrüßt. Da hätte man darauf aufbauen-, und noch viel mehr daraus machen können. Es hätte alte Klischees bereinigen, und Bindungen vertiefen können, anstatt sie immer weiter markteffizient zu gestalten.
Aber das war wohl zu kostenuneffizient und auch eher ein Ablenkungsmanöver.
Meiner Ansicht nach sollte das Ziel eher sein, die Zeiten die Eltern und Kinder heute überhaupt noch zusammen verbringen können zu erhöhen, anstatt zu vermindern. Unterschiedliche Eltern bringen auch unterschiedliche Kinder. Das ist Vielfalt. Vielfalt, die in den ersten drei Jahren, durch eine höchst individuelle Prägung einer Verbindung zwischen Eltern und Kind ihr Höchstmaß erfährt. Natürlich gibt es schlechte Eltern. Eltern die ihre Kinder missbrauchen. Eltern die ihren Kindern alles andere als soziales Verhalten vermitteln. Was wollt ihr erreichen? Den ultimativen Konformismus? Kinderkrippen sind nur ein weiterer Weg zu Deutschlands soziologisch-marktwirtschaftlichem Konformismus. Nochmals, - tut mir nicht leid, aber ich lehne das rundweg ab.
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21.07.2010 von eb
Menschenzeit?
Akademiker? Da fragt mich jemand, ob ich was gegen Akademiker habe?. Was soll ich dazu sagen? Vor allen Dingen, was soll ich dagegen haben? Das ist sowieso schwierig heute. Ich meine, - da treff ich den Fliesenleger, der mir nach anfänglicher Freude meinerseits über das goldene Handwerk erzählt, dass er gerade im Studium steckt. Ahh, Berufswechsel? Weiterbildung und so...? Neee, Fachakademie fürs Handwerk. Also Studium der Fliesenlegerei. Das ist wichtig. Das man zu einer Arzthelferin nicht mehr Arzthelferin, sondern medizinische Fachangestellte sagt, musste ich auch erst lernen.
Ebenfalls spannend. Eine Bewegungstherapeutin, die unbedingt bei jedem zweiten Satz betonen muss, dass sie jetzt Lehrerin ist. Innerhalb der Tätigkeit als Bewegungstherapeutin. Wichtig auch unbedingt, heutzutage einen KFZ-Mechaniker sicherheitshalber mal als Herrn Dr. KFZ-Mechatroniker anzusprechen. Weil, der darf jetzt auch mit Fahrzeugelektronik rumspielen.
Hab ich ja auch gar nix dagegen. Ob nun duales, triales, hexadezimales Studium, oder vom Gipser zum Mediziner. Da muss ja nicht überall die Lore vom Bach drin sein, oder der alte Dipol Diplom zwischen einer Welt oben und unten. Auch der Magister ist ganz bestimmt nicht lebenswichtig. Ob da nun Artium drinne ist, oder nicht. Find ich vollkommen in Ordnung, jedem die Möglichkeiten für alles zu geben. Auch dass der Hausmeister in Deutschland jetzt anfängt sich Facility Manager zu nennen, der Lagerarbeiter Fachkraft für Lagerlogistik, der stellvertretende Geschäftsführer Vice-President, der Asphaltmischer Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie, der Müller Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft, oder der Dacharbeiter Polybaupraktiker, kann ich vollkommen verstehen. Ist ja anderswo auch nicht besser. Der Förster heißt jetzt Forstingenieur oder gar Forstwissenschaftler, der Kartograf Geomatiker, und Joschka Fischer Öko-Consultant.
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20.07.2010 von eb
Karzei darf
Karzai darf jetzt selber für Sicherheit sorgen. Es ist ihm erlaubt. Dem Präsidenten seines eigenen Landes ist es großzügig gestattet worden, im gleichen Land für Sicherheit zu sorgen. Aber die King Käse-Glocken der NATO lassen diesen Großmut natürlich erst zu, wenn UN´s Generalsekretär Ban Ki Mond seine Erwartungen erfüllt sieht.
Die Sprache der Herren, Bestimmer, Entscheider und Schicksalsgötter, läßt Gnade vor Recht walten, drückt ein Auge zu, und überlässt nach eingehender Beratung dem Paschtunen die Ausarbeitung eines Aktionsplanes für etwas, was sie selber seit sechs Jahren im eigens dafür eroberten Land, mit 700 Militärstützpunkten, 130.000 Soldaten aus 43 Ländern, gegen ca. 10.000 Neo-Taliban, und trotz der europäisch christlichen Ausbildung von
Polizisten
aus Gründen der Weltsicherheit, - nicht gebacken kriegt.
Ich nehme mal an, dass dieses "darf", von den Helden unserer deutschnationalen Berichterstatterelite mit Oberschichtenallüren herrührt. Immerhin spricht ja auch Frau Clinton immer noch mit ausreichender political correctness, um den realen Zustand nicht ganz so offensichtlich werden zu lassen. Über Karzai kann man sich ruhig streiten. Genauso, wie über jedes andere Staatsoberhaupt eines Landes. Dabei kann man auch ruhig seinen Bruder mit einbeziehen. Dass der als Lohnempfänger des CIA genauso dubios ist, wie in seiner Funktion als größter Drogenproduzent im Land, ist weder ein Geheimnis, noch etwas was man nicht kritisieren darf. Unsere Bundeskanzlerin, "darf" ja auch mit jedem ein Tässchen Tee schlürfen, oder ne Party feiern, der daran interessiert ist, ihr das Denken abzunehmen.
Afghanistan mag ein Teil des Hinterhofes der bundesdeutschen Besatzerscene sein, doch ist Karzai weder der Hampelmann, noch die Marionette für die ihn alle halten.
Ich halte ihn dagegen für einen verdammt schlauen Mann, - der es versteht Vorteile zu sammeln, bis sie ihm einen größeren Nutzen bringen. Die Medien produzieren mittlerweile ununterbrochen diesen "Versöhnungsprozess" als etwas gewolltes, wobei sie
die Tatsache verdrehen, das Karzai ihn selber vorbereitet,
organisiert -, und dann den Westen vor vollendete Tatsachen gestellt hat. Dafür ist er anfangs sogar noch
kritisiert worden.
Ich würde die Meldung vielleicht etwas realistischer umformulieren. Die Sprache der Militaristen funktioniert nämlich genauso wenig, wie die der europäisch christlichen Weltverbesserer nach eigenen Maßstäben. Dies hat die Sowjetunion erleben müssen, die Amerikaner, und auch der europäische Rest dieser Waffenbruderschaft. Die UN "darf" den Vorschlägen Hamid Karzais folgen, die Friedenskommision "durfte" seinen Vorschlägen zustimmen. Alles andere bedeutet nämlich jahrzentelange weitere Sinnlosigkeiten. Was wohl langsam, auch beim dümmsten durchsickert.
Denn im nicht nur geografisch unübersichtlichen Land der vielen Ethnien, entscheidet nicht das bessere Militär, sondern der, der es schafft die meisten Schnittstellen zu den größten Unterschieden, wenigstens ansatzweise zu einem gemeinsamen Nenner zu bringen.
Und der einzige, der das seit der afghanischen Besetzung bisher geschafft hat, ist eben Karzai. Möglich, dass sich hier ein paar Händlerseelen kostensparendere Strategien erhoffen. Aber wie bereits gesagt. Wenn Karzai eine Marionette ist, dann weiß er verdammt selbstbewusst damit umzugehen.
19.07.2010 von eb
Deutsche Sachlichkeit
Der
Spiegel, redet von einer Reformidee und
Wild macht daraus einen sinnvollen Vorschlag. Bundesagenturvorstandsmitglied Heinrich Alt sichtet Win-Win-Situationen, weil ihm beim Grüppchentee unter Vorständlern eingefallen ist, wie man
Geld gleich an zwei Fronten sparen kann. Einmal um unserer Laienministerin den Traum vom kostenlosen Sport- und Nachhilfeunterricht erfüllen zu können, ohne Regelsätze erhöhen zu müssen. Und zum anderen, dem gläubigen Wahlvolk zu zeigen, dass man auch Bildungspolitik betreiben kann, ohne Geld ausgeben zu müssen. Und der erwerbstechnisch versorgte Thekenrand, klatscht Beifall.
Langzeitarbeitslose Musik-, Sportlehrer und Sozialpädagogen sollen Kindern,
deren Eltern ebenfalls zu den Langzeitarbeitslosen zählen, Sport-, und Nachhilfestunden geben. Meint jedenfalls Herr Alt. Das Thema ist zwar genauso schmutzig wie die Ideenküche
des gesamten Hartz-4 Umfeldes, weshalb am besten alle zwei, also .. Küche und Hartz-4 endlich mal von politischen Mitmenschen behandelt (abgeschafft) werden sollte, die man aus menschlicher Sicht auch mal ernst nehmen kann. Aber das interessiert ja keinen. Denn dem sachlich selbstgefälligen Mittelschichtler und Sozialdarwinisten aus der zweiten Garnitur, der großspurig der Selbstsicherheit frönt, auf Langzeitarbeitslose als ungebildete Randerscheinung blicken zu dürfen, - sieht das ja alles in sicheren Händen.
Dazu lohnt es sich einen kleinen Rückblick zu gestalten. Sozusagen ein Stück Kurzgeschichte über HARTZ-4. In diesem Fall, aus purer Bösartigkeit heraus, speziell für Akademiker. Dies deshalb, weil in dieser Ecke auch heute noch eine gewisse Selbstüberschätzung, mit Abwertungszwängen anderen gegenüber gelebt wird, die schnell mal nach dem Begriff "Elite" greift.
Oder sagen wir besser, - ein Lehrstück gelebter Ernsthaftigkeit, Vernunft, Sachlichkeit, Verantwortung und effizienter Auseinandersetzung einer gesellschaftlichen, medialen, forschungstechnischen, sowie realpolitischen Landschaft, - mit einer einfachen Arbeitsmarktproblematik, die alle betrifft.
Bereits 2003 war eigentlich schon mehr als klar, dass es ein Arbeitsmarkt-Problem
auch bezüglich des gehätschelten Sonderverkaufswertes geistiger Musterexemplare gab. Absolut ersichtlich in der Form, dass insbesonders junge Akademiker immer mehr ausgebeutet wurden, ohne danach eine Aussicht auf eine Festanstellung zu bekommen. Eigentlich hätte bereits schon Jahre vorher klar sein müssen, das reine Arbeitgeberpolitik ein gewaltiges Arbeitsplatzproblem, von ganz alleine erbringen würde. Die Bundesagentur für Arbeit sah das, selbst zwei Jahre später noch, natürlich wieder mal ganz
anders. Was entgegen dem allgemeinen Theckengespräch gläubiger Marktideologen, bezüglich fauler Arbeitsloser, Privatinitiativen
erforderte,
die Volker Kauder, 2006 dazu bewegten dem Problem mit
Feldarbeit
zu begegnen. 2008 war man immerhin bereit die arbeitslose Elite auch für
1-Euro Jobs genauso missbrauchen zu können, wie alle anderen auch. 2009 ermittelten die Trendforscher vom IAB in ihrem sonnengleichen Optimismus, in einer akademischen Ausbildung einen Schutz vor Arbeitslosigkeit, der dann 2010 sogar gleich
mehrfach
erneut zu der Erkenntnis umschwenkte (nicht beim IAB), dass die
Arbeitslosigkeit dieser Klientel sogar richtig stark angestiegen ist. Meldungen, welche die Arbeitsagenturen dann bewogen, arbeitslosen Akademikern etwas mehr
Hilfe zu kommen zu lassen wie in den letzten sieben Jahren,
und dies auch gleich kosteneffizient in einem Online-Bewerbungstraining und zusätzlichen fröhlichen Ratschlägen realisierten. Die neoliberale Presse, befruchtete das überhaupt nicht, und Frau Weiguny von der
FAZ schloss
sich meinungstechnisch einer vom bertelsmanischen Subunternehmertum forcierten Studie aus Kassel an, und erklärte dem elitär geneigten Publikum, dass lediglich zwei Prozent aller Akademiker befürchten müssen längere Zeit ohne Stelle zu bleiben, - und deshalb nicht allzu viel jammern sollten. Und Herr Heinrich Alt, erledigt die Realität mit seinen Ideen .......
Immerhin, auf die Art und Weise, kann man ein ganzes sozilogisches Modell, mit allem Drumherum, inklusive Elitenbewusstsein, in eine abgrenzbare Erwerbslosenschicht transponieren. Der Soziologenzoo sozusagen. Bewahrt den einen oder anderen dieser Tierpfleger, sicher mittels Studienarbeiten vor drohender Arbeitslosigkeit.
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18.07.2010 von eb
Sonntagabend-Reset.
Warum sich nicht mal mit Meldungen auseinandersetzen, die eher belustigend sind? Was man anfangs als normales
Spiegel-Niveau bezeichnen könnte, scheint doch tatsächlich so etwas wie eine reale Basis zu besitzen. Der Bund deutscher Kriminalbeamter hat sich ganz sachlich und kompetent, nach gut vierzig Jahren Existenz mit einem Medium auseinandergesetzt, welches sie für bedrohlich halten. Und damit dem Einhalt zu bieten ist, fordert er neben der Ausweispflicht im Netz einen Reset-Knopf fürs Internet. Also ehrlich gesagt, halte ich das immer noch für einen netten Gig. Wenn ja, - ist er gelungen und ich habe herzhaft gelacht. Wenn nicht, dann wandere ich aus. Nee, nicht weil ich Angst ums Internet habe, oder mich überwacht fühle. Sondern weil ich allem Anschein in einer weltlichen Ecke wohne, wo die diesbezügliche mediale Kompetenz der Kriminalisten irgendwo im Sandkasten hängen geblieben ist. Ich meine, - ich fühle mich einfach nicht mehr sicher hier. Würde sich einer sicher fühlen in einem Land, in welchem das Schutzorgan die nationale Marktwirtschaft mit einem Ein-Aus Schalter vergleicht?
Ich meine, das kann man natürlich so sehen. Das Internet besteht lediglich aus einem Haufen Festplatten mit ein paar Prozessoren drum herum, und ner Menge Strippen die alles miteinander verbinden. Maschinen also. Und was macht man mit Maschinen, die nerven? Man schaltet sie einfach aus. Das erinnert mich an einen Datenabhängigen im geschäftlichen Umfeld aus der Vergangenheit, der fast einen Herzschlag bekommen hatte, als ein Windows-konformierter angehender Diplomant mal die Linux-Datenbankbüchse ganz kühl einfach ausgeschaltet hatte. Das grünweiße Gesicht, hab ich heute noch in Erinnerung.
Na gut, nichts ist vernichtender als rotzfreche Dummheit. Gar nicht mal ungefährlich.
Welcher Finanztransfer zwischen Instituten jeglicher Form auch immer, geht mittlerweile nicht übers geliebte Strippennetz? Was würde passieren, den gesamten email-Verkehr wieder übers Telefon zu verlegen? Zehntausende von Meldeeinrichtungen mit Alarmstatus ausschalten. Ganz davon zu schweigen, das neben tausender anderer ähnlicher Sachen, auch Bertelsmann gerade versucht die
Infrastruktur der gelenkten Patientenströme ins eigene Reservoir zu etablieren. Ob die das zulassen würden? Hmmm. Obwohl.... da werde ich schwach. Freunde, wir brauchen keine Revolution. Was wir brauchen ist lediglich, - der Bund deutscher Kriminalbeamter. Ich liebe diese Jungs. Ich meine, BDK-Chef Jansen sieht ja auch ganz folgerichtig, im Internet die Zerstörungskraft von Atomwaffen. Das ist wie damals, während des kalten Krieges. Irgendeiner, hat immer die Finger zu schnell auf´m roten Knopf. Und dann noch Merkel? Oh,-je. Ich meine, - das muss man sich mal vorstellen können. Eine der größten Medienkraken der Welt, über Tage oder Wochen lahmgelegt, - wegen Merkels zittrigem Finger.
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