12.08.2010 von eb
Bioengineers Schaltpraxis 4
Das kleine Handbuch
für den fröhlichen Wetware-Programmierer.(C)
Sehr speziell sind beim selbstreflektiven höheren Säugetier, Tarierungsmechanismen im Verbund mit Polarisationen zu beachten. Diese kann man nicht unbedingt im Zusammenhang mit einer Stabilisierung des seelischen Gleichgewichtes sehen, als vielmehr einer generellen Suche nach solcherlei Gleichgewicht überhaupt. Wobei die Tätigkeit "suchen", hier lediglich einer Eigeninterpretation der betroffenen Spezies selber entspricht.
Besagte Spezies hat nämlich anscheinend offenkundige Schwierigkeiten Polaritäten dort zu sichten und zu beschreiben wo sie auch praktisch vorhanden sind, während andererseits welche produziert werden wo keine sind. Dabei neigt sie zu einem mitunter künstlerisch synonymhaft anmutenden Umgang mit der Gewichtung von Zustandsbeschreibungen wie z.B. "Glauben" und "Wissen".
Rein praktisch endet dies mitunter in rein praktische Polaritäten, an dessen Polen sich entweder gläubig Wissende, oder wissend Gläubige scharen. Da es rein quantitativ kaum möglich ist, mehr zu wissen als ein Glaube daran erreichbar macht, wird hier dem Wissen aufgrund des Glaubens, des öfteren gerne mal vorgegriffen. Was nicht selten darin endet, das beide Pole sich in einen Grabenkrieg begeben, indem dem einfachsten aller Konfliktlöser,
dem Nichtwissen, konsequent aus dem Wege gegangen wird.
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25.07.2010 von eb
Bioengineers Schaltpraxis 3
Das kleine Handbuch
für den fröhlichen Wetware-Programmierer.(C)
Das mit selbstreflektiven Fähigkeiten ausgerüstete höhere Säugetier neigt vehement dazu, seine individuelle Stellung dem Umstand einer ebenso individuellen Abgrenzung verdanken zu dürfen. Dies läuft kontraproduktiv syncron zu dem Umstand, dass es seine Individualität nicht über sich, sondern über Vergleiche mit anderen definiert.
Da andere dies nun mal auch tun und zusätzlich eine rudimentäre, aber rudelweit akzeptierte Negativität von Schuld existiert, ergibt sich eine gewisse Eigendynamik, welche immer dann von Schuldzuweisungen redet, wenn sie selber gerade nicht am verschuldeten Geschehen beteiligt war, oder diese effektiv als individuelle Nichtschuld an andere als Schuld umgeleitet werden kann.
So passiert es, dass Rudelmitglieder in Bezug auf die selbst gewählten Rudelführer diesen selbst noch die gewählte Schuld dann übertragen, wenn das Ausmaß der entstehenden Schuld die gewählt wird, bereits vorher ersichtlich war. Der Wetwareprogrammierer spricht hier vom; Schuldeigentümer der gewählt begangenen Schuld oder einfach vom gewählten Verschulder. Beliebt sind auch Bezeichnungen wie z.B. Schuldstellvertreter.
Da Schuld gemäß der Möglichkeiten sich darüber seine Individualitiät über Vergleiche mit anderen bilden zu können negativ verhält, wird auch beim Rudelführer der Umstand benutzt mittels individueller Abgrenzung, diese mittels Transformationen an andere in eigene Unschuld zu verwandeln. Dies ergibt eine fluktuativ umlaufende Schuld mit wechselnder Polarität, die zwecks Adaption an den jeweiligen Träger ständige Veränderungen-, aber auch infolge des sich weiterbewegenden Verhaltens über ein Medium, einen kontinuierlichen Abbau ihres Energiepotentiales erfährt.
Verschiedene Einzelindividuen besagter Säugetierspezies mit Ambitionen zu eigenen Versuchen zur Wetwareprogrammierung sind dadurch aufgefallen, das Versuche unternommen wurden, die Bedeutung von Schuld gänzlich ihrer Bedeutung zu entledigen, was sich aber zusätzlich kontraproduktiv ausgewirkt hatte, da die einerseits ihrer Möglichkeiten zur Abgrenzung evtl. beraubten Artgenossen, andererseits die Möglichkeit erkannten, Transformationen von Eigenverschulden darüber effektiver in Nichtverschulden gestalten zu können.
Der erfahrene Wetwareprogrammierer empfiehlt hier, möglichen Polarisationswechseln gegenzusteuern. Dies verhindert zwar nicht die Übertragung, beugt aber dem inhaltlichen
Verlust vor. Und irgendeiner, muss beim selbstreflektierenden Säugetier eben schuld sein,
da hier fehlende Möglichkeiten zur Abgrenzung genauso zum Totalverlust der Individualitiät führt, wie fehlende Vergleichsmöglichkeiten über andere.
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15.05.2010 von eb,pf
Bioengineers Schaltpraxis 2
Das kleine Handbuch
für den fröhlichen Wetware-Programmierer.(C)
(C) Klick macht dick.
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Eine bisher nicht sauber spezifizierbare Veranlagung höherer Säugetiere mit dynamischem Tarierungsverhalten, (welches bei solcherlei Repräsentanten mitunter mit dem Gemeinplatz "Selbstheilungskräften" beschrieben wird ), ist eine unzureichende Reflektion der Extrempunkte des ausgeprägt linearen Oszillationsverhaltens während der Eigentarierung.
Da die Oszillation selber, durch quantitative Selbstreduktionen der Population an den jeweiligen Oszillationsendpunkten aufrecht erhalten wird, wird der an Energie gewinnende-, bzw. verlierende Schwerpunkt der Oszillation, in der normativ deckungsgleichen Quantität der Population selber vermutet.
Dies kann äquivalent für alle ähnlichen diesbezüglichen individuellen, als auch populationsweiten Phänomene stehen und bei grafischer Darstellung, das schöne Bild einer mittigen Welle zeigen, die zwischen den Extrempunkten genauso oszilliert, wie innerhalb des Rauschens über das gesamte Spektrum.
Zu mechanischen Simulationen, z.B. in Form eines Pendels innerhalb eines geschlossenen Raumes kann allerdings nur geraten werden, wenn ausreichend Raumgröße vorhanden ist, da wie bereits erwähnt, die Oszillationsweite von entscheidender Bedeutung ist.
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Als komplexes System, im Sinne der Komplexitätstheorie, ist zwar eine Kommensurabilität gegeben, die aber bisher noch keine Rückschlüsse darauf zulässt ob es sich tatsächlich um eine selbstregulierend oszillierende Systematik handelt, da in einem dynamischen System erst durch äußere Störungen mögliche zusätzliche Resonanzphänomene erfassbar sind. Diesbezüglich gibt es Projektvorschläge, die messbare Eigenfrequenz der Wellenresonanz über eine Anzahl von vermehrten Krisensituationen zu erhöhen und zu beobachten, ob dabei die Oszillationsweite über eventuelle stabilisierende Lerneffekte abnehmen könnte.
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01.05.2010 von eb
Bioengineers Schaltpraxis 1
Das kleine Handbuch
für den fröhlichen Wetware-Programmierer.(C)
Freundschaft, Zuneigung, Liebe und Hilfsbereitschaft, sind nur einige wenige Worte aus einer Vielzahl von Identifikatoren für Empfindungen und/oder Tätigkeiten, die der Homo-Ökonomicus, (Ein, der Unterordnung der Trockennasenaffen zugehöriges höheres Säugetier), einem stufenlos relativierbaren Messbereich zuordnet, welcher zusätzlich die bewundernswerte Eigenschaft besitzt, das Maxima, und Minima des Messbereiches, trotz gleich bleibendem Status des Messobjektes beweglich sind. Diese Eigenschaft ist sowohl populationsweit transportier-, als bei Bedarf auch transponierbar, wobei dadurch auftretende Konflikte mit anderen Eigenschaften, durch jedem Einzelindividuum bekannte Gemeinplätze zur Neujustierung des seelischen Gleichgewichtes dienen.
Solcherlei Grundregelmechanismen sind z.B.;
Bei Geld hört die Freundschaft auf.
Gegenseitig tarierbare Mechanismen besitzen in der Regel zwei Schaltelemente, die sich immer aufeinander beziehen. In unserem Fall ist der Schalter "Geld", genauso wie der Schalter "Freundschaft" jederzeit durch bedarfsbedingte andere Schaltelemente ersetzbar, wobei interessanterweise zu beobachten ist, das ersteres Schaltelement mangels ausreichender Inspektion und Wechselbedarfes einem Korrosionsprozess, und damit einem Fixierungsproblem unterliegt, was zugunsten des seelischen Gleichgewichtes zusätzliche Stabilisierungsmechanismen erfordert, - wie folgendes Beispiel zeigt;
Am Ende ist es doch so, das -sprichwörtlich- beim Geld die Freundschaft aufhört. Dieser Punkt ist nun langsam erreicht.
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19.06.2010 von eb
Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Jan Vermeer, und ein
winziges Detail.
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Das Bild; "Das Mädchen mit dem Perlenohrring", des niederländischen Malers Jan Vermeer, ( Joannis van der Meer ), ist als Original leider nur im Museum von Den Haag,
(Mauritshuis), zu betrachten. Und ausgerechnet dort findet sich eine Beschreibung, welche sich vorsichtig zurückhaltend und sehr kurz angebunden, trotzdem noch am nächsten zu meinen eigenen Ansichten bewegt.
Über Jan Vermeer selber etwas zu schreiben fällt schwer, da diesbezüglich ausgesprochen dürftig nachweisbare Kenntnisse vorhanden sind. Es gibt einige, mehr oder weniger brauchbare Beschreibungen in Buchform, die aber selber mit nicht gerade wenigen großen Fragezeichen operieren. Die meisten Kurzbiographien verwechseln sogar des öfteren sein Taufdatum am 31.10.1632 mit seinem ebenfalls nicht schlüssig bekanntem Geburtsdatum.
Zusammenfassend könnte man ihn als einen zu Lebzeiten gut situierten und angesehenen Mann beschreiben, der neben wahrscheinlichen sonstigen Nebentätigkeiten bereits gute Preise für seine wenigen, (37-40) tatsächlich auf ihn zurückführbaren Werke erzielte, evtl. einen eigenen Kunsthandel betrieb, und sich auch als Kunstexperte betätigte.
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Gestorben ist er am 15.12.1675 aufgrund einer kurzen aber heftigen Krankheit, wobei noch anzufügen ist, dass sich in den letzten Lebensjahren anscheinend doch noch finanzielle Schwierigkeiten ergaben.
Man kann ihn als einen Maler des niederländischen Überganges vom Früh-, in den Hochbarock bezeichnen, der sich mit Historienbildern, Stadtansichten, Allegorien und Alltagsszenen (Genrekunst) mit moralischem Zeigefinger, beschäftigte. Aber bereits betreffs letzterem fällt auf, dass mangels ausreichender Kenntnisse über sein Leben, lediglich eine äußere Beurteilung aufgrund der Sitten- und Umgangsformen seiner Zeit möglich ist. Erst in neuerer Zeit finden sich Versuche, diese neutrale Objektivität auf verschiedene Weise zu durchbrechen.
Bereits der französische Schriftsteller Marcel Proust, der Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts einen Asthmaanfall ausgerechnet vor Vermeers Bild "Ansicht von Delft" erlitt, verarbeitete seine Eindrücke im fünften Teil seiner; "Suche nach der verlorenen Zeit". Dieses Bild ist deshalb interessant, weil sich betreffs der perspektivischen Sicht die Fachleute noch heute streiten, ob Vermeer sich einer Camera obscura als Hilfe bediente.
Ebenfalls war Salvador Dali von Vermeers Gemälde "Spitzenklöpplerin" so begeistert, dass er es zu seinem "Paranoisch-kritischem Gemälde der Spitzenklöpplerin von Vermeer" verarbeitete.
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14.05.2010 von eb
Geoengineering
Basteleien
an der Welt.
(C) Zum Vergrößern anklicken.
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Bei der deutschen Ausgabe von
Wikipedia
wird Geoengineering als
Eingriff in geochemische oder biogeochemische Kreisläufe beschrieben, wobei es sich lohnt
zusätzlich die englische Version betreffs
Geotechnical Engineering zu vergleichen. Denn ein Oberbegriff bei dem man lediglich das Kürzel "Geo" von Geologie, mit dem Wort "Maschinenbau" zusammen gesetzt hat, lässt doch eine größere Spannbreite an Möglichkeiten zu, als die Vorgabe beim deutschen Wikipedia. Zudem fallen einige Ideen und sogar bereits angetestete Projekte darunter, die eigentlich wenig mit Maschinenbau zu tun haben. Böse Zungen, vorwiegend aus dem Lager der Science-Fiction-Fans, sprechen daher eher vom Terraforming, was auch nicht ganz unrichtig ist. Generell kann man wohl bei Ideen und Vorhaben unter dem Oberbegriff Geoengineering, von menschlichen Aktionen sprechen, welche Auswirkungen auf den gesamten Globus haben.
Wenn man sich allerdings eine Weile durch die Ideen und Projekte der Macher durchliest, die Motivationen und Geschäftsfelder vergleicht, dann bleibt nicht selten die Frage offen, - warum?
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Sind es nötige Maßnahmen? Geschäftemacherei? Destruktiver Konstruktivismus oder einfach nur das Ausleben neuer technischer Möglichkeiten?
Auffällig ist z.B. eine ständige Verbindung mit Themen wie Klimaschutz, CO2 und Erderwärmung. Dies ist nicht wenig irritierend, denn bezüglich dieser Größen werden am
Met Office im südenglischen Exeter ja erst die brauchbarsten Simulationsprogramme getestet, welche uns in Zukunft sinnvoll kalkulierbare Zahlen liefern sollen, - mit denen es dann erst möglich sein sollte, eventuell eingreifende Aktionen zu starten. Was kaum hilfreich sein dürfte, den Verdacht einer etwas vorschnellen Etablierung von Geschäftsfeldern aus dem Weg zu räumen. Ganz besonders nicht, wenn aus dieser Ecke immer von einem Plan "B" gesprochen wird, - also die technische Notlösung für den Fall, dass anstehende Probleme sich nicht durch der Menschen Vernunft lösen lassen könnten.
Ebenfalls interessant ist ein Vergleich der entsprechenden wissenschaftlichen Arbeiten zwischen den zwei großen Wissenschaftsplattformen; Science und Nature. Denn wie es aussieht, sollte es mehr aus industrieller-, denn aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet werden. Jedenfalls hat sich unter dem Allgemeinplatz "Geoengineering", auch im europäischen Raum bereits eine muntere Gemeinde von Industrien und Unternehmungen mit
Schnittstellen zur Wissenschaft installiert,
die dem Gedanken, dass es zwingend nötig ist, natürlich nicht widersprechen werden.
Den größten Aufmerksamkeitsgrad erfuhr in Deutschland wohl die Aktion des Alfred-Wegener-Instituts, welches einen partiell eingegrenzten Flecken Meeres von 300 Quadratkilometern durch Zugabe von 6 Tonnen gelöstem Eisen zur vermehrten Algenproduktion anregen wollte, welche wiederum dann eben vermehrt CO2 abbauen sollten. Das Resultat entsprach den Kritiken, welche der Idee und dem Ablauf eine leicht naiv anmutende mechanistische Denkweise vorwarfen, die sich nicht mit realen Komplexitäten auseinandersetzt und zu vorschnellen Aktionen ohne grundlegendes Basiswissen neigt. Die gewünschte Algenblüte entstand zwar durch die Nährstoffzufuhr, wurde aber umgehend von millimetergroßen Ruderfußkrebsen effektiv entsorgt, bevor ein Gewinn in Richtung CO2-Abbau zu verbuchen war.
So ist Skepsis wohl angesagt. Etwas was sogar das britische Unterhaus bewogen hat, eine internationale Behörde für Geoengineering zu fordern. Was sich auch gut an die 200 Forscher gesagt hatten und in Kalifornien deshalb eine recht unverbindliche Abschlusserklärung zusammenbrachten, die mit dem Ratschlag zu mehr Demut verbunden war- und der weisen Erkenntnis, dass Geoingenieure nicht alleine gelassen werden sollten.
Deutlicher waren da über 60 Umweltorganisationen, die sich in Bolivien offen gegen globales Engineering ausgesprochen hatten.
Doch genug zu den umliegenden Gedanken. Aktionen wie die vom Alfred-Wegener-Institut könnte man noch unter Feldforschung, mit evtl. vorheriger Abschätzung der Risiken verbuchen. Auch mit dem Thema Energiegewinnung liebt man es, sich aus Umwelt-, bzw. werbetechnischen Gründen mit "Geoengineering" zu schmücken. Doch dies sind eher die vielleicht akzeptablen Ausnahmen. Sehen wir uns deshalb ein paar der Utopien und Projekte an, die in den Köpfen der Ingenieure globale Veränderungen aufgrund technischer Großprojekte ermöglichen sollen, aber eher nach einem guten Geschäft, denn nach realer Umweltschutzmotivation riechen. Projekte jedenfalls, die von den vorher genannten Umweltorganisationen als Plan "B" zum Klimaschutz, mit der berechtigten Begründung, dass "die Welt kein Versuchslabor sei", abgelehnt werden.
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12.05.2010 von eb
Integrität und Verhältnismäßigkeit
Wenn wir versuchen uns mehrere verschiedene Menschen, mit unterschiedlichen Vergangenheiten und Umfeldern vorzustellen, die sich über ein gemeinsames Thema unterhalten, werden wir nicht umhinkommen festzustellen, dass dabei unterschiedliche Ansichten genauso auftreten können wie unterschiedliche Arten von Meinungsdeckungen innerhalb der verschiedenen Ansichten. Dies ist zusätzlich noch gesegnet durch eine, geben wir es ruhig mal ehrlich zu, ausgeprägte Egozentrik. Zumindest innerhalb unserer Breitengrade. Ich versuche diesbezüglich mal ein einfaches und auch relativ unbedeutendes Beispiel zu generieren.
Die gnadenlosen Allgemeinplätze bezüglich der Berufsangaben der beteiligten vier Personen, bitte ich jetzt mal zu entschuldigen. Sie dienen einer Symbolik welche die verschiedenen Lebenshintergründe, auf stark vereinfachte Weise, wenigstens ein wenig analog wiedergeben sollen. Alle genannten Personen sind auf der Suche nach einem Auto, stehen folgendermaßen um eines herum und diskutieren über dessen Qualitäten. Alle kennen sich, treffen sich öfters und weisen eine brauchbare stabile Gemütslage und durchschnittlichen Kaffeekonsum auf. Irgendwelche Ähnlichkeiten mit bekannten oder unbekannten Personen, sind aber rein zufällig.
Frau A. die Maschinenbau-Technikern, startet die Debatte;
"Die vordere Aufhängung sieht ein wenig marode aus. Der Motor hat aber nen guten Klang. Klingt rund. Ich habe aber bezüglich der Bremsscheiben zur Gesamtmasse des Wagens ein ungutes Gefühl."
Die Rennfahrerin, Frau B. antwortet;
"Du redest eine Scheiße zusammen. Was interessieren mich die Bremsen. Die müssen nicht sonderlich lange halten. Der Motor hat immerhin satte 730 PS und die Karre liegt flach genug, um was damit anfangen zu können."
Der Designer, Herr C. entgegnet;
"Das Tiefliegende gefällt auch mir. Ganz besonders in Kombination mit der sonstigen Stromlinienform. Hat was wirklich sportliches an sich. Das technische Ambiente im Motorraum ist fotoreif. Aber die blöden Felgen sind fast schmerzlich fürs Auge."
Maurer Herr D. bemängelt;
"Was soll ich damit anfangen? Die Motorleistung überzeugt mich zwar, aber da ist weder ein vernünftiger Kofferraum wo ich mein Zeugs transportieren kann, noch ausreichend Platz im Inneren um die Kinder unterzubringen."
Eine Art Status dieses Gespräches wäre vielleicht folgender:
Auch wenn die Motivationen und die Argumentationen dazu unterschiedlich sind, erfährt der Motor hier von allen Beteiligten eindeutige Zustimmung. Drei Leute haben etwas zu bemängeln. Eine Dame ist rund herum zufrieden, wenn auch mit leicht aggressivem Unterton. Alle vier haben die Gemeinsamkeit, dass sie ein Auto suchen. Und alle haben lebens- oder berufs-bedingt vollkommen unterschiedliche Handhabungen und Bewertungsgrundlagen damit umzugehen. Wenn ich anfangs Egozentrik erwähnt habe so meine ich damit auch den Umstand, dass jeder der beteiligten Gesprächspartner die Art und Weise seiner Betrachtungen aus ausschließlich seinem eigenen Blickwinkel vollzieht, jeder vom anderen erwartet entsprechend verstanden zu werden, aber sich keiner der Beteiligten bemüht selber verständlich zu machen, bzw. versucht die Ausdrucksart der anderen nach zu vollziehen.
Zugegeben, wirklich verallgemeinernd. Schrecklich einfach und gnadenlos banal. Könnte man meinen. Und trotzdem stehen solcherlei Gespräche für tausende andere, in tausenden von vielerlei Variationen, genauso vielen Abstufungen von Niveaus, Gesprächsformen, Höflichkeiten, Umgangsformen oder Gesprächsgegenständen. Weder zwanzig Jahre Kommunikationswissenschaften, NLP, Sprachwissenschaft oder sonstige Formen sozialer Lehrmaßnahmen haben je etwas daran ändern können. Ob sich Gebildete, Ungebildete, sprachlich Begabte- oder Unbegabte auseinandersetzen, - ob dies im alltäglichen oder-, Berufsleben, in wissenschaftlichen Projekten oder politischen Diskussionen stattfindet. Verlauf und Resultat sind immer anders, aber immer analog. Es gibt Zustimmung, Kritik, partielle Meinungsdeckung und eventuell ein gemeinsames Ziel, welches aber genauso unterschiedlich bewertet wird wie der Weg dorthin.
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05.05.2010 von eb
Die Sprache der Werbung
Marktwirtschaftler in einem am Angebot orientierten Markt sind immer nur halbe Ökonomen. Jedenfalls ihrer Sprache entsprechend. Die eine Seite spricht ständig in Zahlen, Marktbewegungen, Einkauf und Verkauf, Export und Import, und wie man dies alles möglichst im Voraus kalkulieren kann. Die andere Seite schweigt wohl wissentlich. Denn diese andere Seite, ist die Sprache die letztendlich der potentielle Kunde sprechen soll. Das Schweigen wird gemeinhin übernommen, und ist erkennbar daran, das Werbung im geheimen läuft, unbewusst akzeptiert, aber immer nur nebenher wahrgenommen wird, und als unabdingbare Säule dem Verkauf von Produkten dienen muss, welche eigentlich keinen existenziellen Wert besitzen, was natürlich nicht bis zum vollen Bewusstsein durchdringen sollte.
Was den von Nachfrage abhängigen-, vom am Angebot abhängigen Markt grundlegend unterscheidet, ist die Sprache der Werbung. Also die Sprache, die aus dem Willen des Verkäufers heraus, vom Käufer übernommen werden soll, um sowohl Akzeptanz, als auch quantitative Verbreitung für Produkte zu erzeugen. Je größer die Abhängigkeit auf dem Verkauf von Erzeugnissen beruht, welche Dinge schmackhaft machen muss, um überhaupt gekauft zu werden, desto mehr werden rudimentäre Eindeutigkeiten verlassen, und dem Gebrauch von desinformierenden Allgemeinplätzen überlassen. Ein Wille nach Unangreifbarkeit, Mehrdeutigkeit, und höchstmöglicher Verbindbarkeit aller übrigen Bereiche entsteht, welcher auch vom Käuferpublikum i.d.R. übernommen wird. Regierungen, und politische Parteien, welche sich der Philosophie eines solchen Marktes anschließen, übernehmen dabei selbstverständlich auch die gleichen Handwerkszeuge und Verhaltensweisen, welche die Werbung zu bieten hat.
Einige solcher Allgemeinplätze wären z.B. Ökonomie, Ökologie, Kommunikation, Wissenschaft, Nahrung, Liebe, Umweltschutz, Evolution, und sogar das schöne Eigenschaftswort "sozial".
Was, wie, und wo, und in welchen Verbindungen untereinander verwendet wird, hängt davon ab, ob damit über ein Angebot eine Nachfrage stimuliert, erhalten, bzw. weiter ausgebaut werden kann.
Epigenetik ist z.B. ein höchst rudimentäres wissenschaftliches Umfeld, aus dem selber noch nichts verkaufbar ist, aber mit welchem man bereits auf uneindeutige Art und Weise Ernährungsprodukten ein "wissenschaftliches" Ambiente verleihen kann, welches einer vom Wunsch einer leistungsorientierten Weiterentwicklung beseelten Käuferschicht vermittelbar ist. Weiterentwicklung wird heutzutage käuferseitig weitflächig mit dem Allgemeinplatz "Evolution" verbunden. Nach ausreichender Werbung, und dadurch gewecktem Interesse, ist nunmehr das Meinungsbild konstruiert, das auf Produkten wo "Epigenetik" drauf steht, jetzt auch "Evolution" und "Wissenschaft" drin ist. Was letztendlich bewirkt hat, das "Epigenetik" selber als Allgemeinplatz für alle möglichen Produkte in dieser Richtung verwendbar ist.
Über solche Gemeinplätze ist es möglich, vom höchstmöglich verwendbar "bekannten" Begriff ausgehend, einer ganzen Produktpalette über einen neuen Sammelbegriff zum gewollten Bekanntheitsgrad zu verhelfen, und diese in immer neue Teilbereiche aufzusplitten.
Gemeinplätze, oder Oberbegriffe sind variabel aussteuerbar, können Kaufverhalten beeinflussen, oder sich davon beeinflussen lassen. Will man ein Atomkraftwerk verkaufen, muss dieses in einer am Umweltschutz orientierten Umgebung diesem Bedarf angepasst werden, wozu es in der Regel ausreicht, ein Atomkraftwerk zu einem Umweltschutzfaktor zu erklären. Die Macht von Werbung liegt immer auf Seiten der breitesten Streuung, und des sensitivsten Empfindens für die Aufnahmebereitschaft eines potentiellen Käuferumfeldes, wobei die bekanntesten und z.Zt. akzeptiertesten Allgemeinplätze die Grundlage bilden.
Dies gilt natürlich nicht nur für die großen Dinge, sondern auch für die Unzahl von Einzelprodukten oder Produktpaletten genauso, wie für Interessenvertretungen. Das Wissen darum, d.h. an welchen Punkten man ansetzt, welche Strategie man verfolgt, oder welches Stimmungsbild im Moment gegeben ist, muss allerdings genauso ermittelt werden, wie örtliche, räumliche, oder infrastrukturelle Zweckmäßigkeiten und Abhängigkeiten.
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02.05.2010 von eb
Sexismus
Hihi. Irgendjemand muss mal etwas darüber schreiben, und wenn nur ich es bin. Merkwürdigerweise hat mir noch niemand dies hässliche Wort ans Hirn geschmissen. Dabei bekenne ich mich eindeutig und unwiderruflich dazu. Ganz davon zu schweigen, das ich überhaupt nichts gegen Sex habe, und keinerlei Schwierigkeiten dabei aufweise, anderen die gleiche Freude am lästerlichen Fortpflanzungstrieb der Menschheit zu gewähren, - bekenne ich mich ebenso schuldig, bei günstigen Gelegenheiten, die Blickrichtung meiner Augen der Kontrolle meiner Hormone zu übergeben, wenn sich diesbezüglich erotisierende, wenn nicht gar stimulierende Anblicke ergeben.
Aber dies ist ja auch kein Sexismus, oder? Obwohl, - entsprechend meiner vorherigen Bekenntnisse, muss ich mich dem doppelt moralinen Zeitgeist sittsam korrigieren. Natürlich ist mein Verhältnis dazu von Durchschnitt geprägt. Weder wird
mein Leben davon in irgend einer Weise dominant beeinflusst, noch bewege ich meine Augen, bzw. sonstige sexistischen Werkzeuge außerhalb eines mir äquivalenten Altersumfeldes, und, - entsprechende rhetorische Anbiederungsversuche werden versucht mit Stil zu kleiden. Da hat manch Bauernlümmel gar schlechtere Karten, wenn er drastisch und wahrheitsgemäß seinen Triebfedern freien Lauf lässt, und den Sinn seiner Botschaften in ordinäre Worte packt, und dafür entweder eine Ohrfeige, oder bei den gebildeteren Damen einfach nur das Wort Sexist erntet. Dabei macht der arme Kerl nichts anderes wie ich, und eine nicht unerhebliche Anzahl von Männchen, und auch Weibchen dieser Gesellschaft, - nur eben ehrlicher.
Diesbezügliche Beobachtungen im Milieu des züchtigen Bildungsbürgers sind schwerstens zu empfehlen. Ein Gespräch über gesellschaftliche Zuordnungen von Geschlechter-Rollen ist hervorragend dazu geeignet, den gierigen maskulinen Blick in den Ausschnitt der Dame als nachdenkliche Pose, - oder den femininen Ausrutscher auf die Hinterbacken des sportlich gestählten Jünglings, als Aufmerksamkeit für die Umgebung zu würdigen. Bei Gesprächsrunden älterer Akademiker männlichen Geschlechts unter sich, ist der Gebrauch von Worten aus dem ordinären Schatz des Bauernlümmels, wahrscheinlich Teil ihrer soziographisch ambitionierten Diskussion. Und beim weiblichen Äquivalent, ebenfalls im Glauben des Fehlens externer Zuhörerschaft, werden Bemerkungen über Stillängen, und mitunter nicht minderem Gebrauch einer Rhetorik, die man einfacheren Gemütern gerne mal als Sexismus vorwirft, zur Fröhlichkeit des gesellschaftlichen Zusammenseins gezählt.
Lediglich beim Aufeinandertreffen, der zwei, sagen wir mal, biologisch eindeutig trennbaren Gesellschaftsgruppen, tritt eine formale Haltung zutage, die sich an politisch, und gesellschaftlich korrekten Ausdrucksformen orientiert, welche es gestatten denen Sexismus vorzuwerfen, denen das durchschnittlich elitäre Rüstzeug dazu fehlt. Ein Wort das in den 60igern äußerst unglücklich mal dafür verwendet wurde, um die sexuelle Unterdrückung eines der zwei Geschlechter zu beschreiben, hat sich zum Stilmittel einer
avantgardistischen Weiblichkeit weiter entwickelt, deren Balzritualik sich die Männlichkeit angepasst hat, es genauso wenig schafft meinen Stuss hier zu überbieten, als auch sich selber dazu zu bekennen.
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13.04.2010 von eb
Doppelmoral
Da sich im privatem Umfeld eine spannende Diskussion über Doppelmoral ergeben hatte, möchte ich hier ein wenig meine Gedanken diesbezüglich sammeln, und auch wiedergeben. Außerdem hat sich jemand freundlich darüber mokiert, das mein Verhältnis zur Tierwelt anscheinend gestört ist und ich nichts von Tierliebe weiß, - da ich diesbezüglich immer vom Essen rede. Nun was das letztere betrifft, glaube ich das ausgerechnet mein Verhältnis zum Tierreich eben nicht gestört ist, weil ich mich bemühe eigenen Ambitionen zur Doppelmoral aus dem Weg zu gehen. Aber ich greife vor. Vielleicht ist es auch nicht richtig gleich immer von Moral zu reden, denn nicht jede Doppelbewertung, bzw. nicht jede Situation wo jemand ein und den gleichen Schuh aus verschiedenen Interessen anzieht, hat was mit Moral zu tun. Aber der Einfachheit, und der Faulheit halber, halte ich den Begriff mal aus umgangssprachlichen Gründen weitflächig bei, da ich davon ausgehe das jeder weiß was Doppelmoral bedeutet.
Zuerst einmal, - ist meiner Ansicht nach keiner frei davon, mit zweifachen Bewertungen ein und der gleichen Sache leben zu müssen. Das liegt in der Natur der Dinge, weil es für die Menschen Grenzwiedersprüche gibt, welche für sie nicht lösbar sind, aber im praktischen Leben trotzdem ihren Senf dazu geben. In z.B. den fünf Sekunden bevor der Sensenmann einem den Harnisch knickt, sind verständlicherweise Vernunft und Emotionen einem Kampf ausgeliefert, den letztere mit Sicherheit gewinnen werden, und es wird sich i.d.R. auch der ungläubigste Thomas plötzlich ein Leben nach dem Tode wünschen, auch wenn er sein gesamtes vorheriges Leben anderer Ansicht war.
Solcherlei, und viele andere Widersprüche, und damit unterschiedliche Bewertungen sind im alltäglichen Leben, und bei ungestresstem Gehirn, aber nicht nötig, werden künstlich produziert, oder können oft auf ein Minimum beschränkt werden. Die Frage ob es einen Gott gibt, oder nicht, ist z.B. für die Allgemeinheit nicht beweisbar. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen die sagen, es gibt einen, und welche die sagen es gibt keinen. Beide Seiten produzieren einen gar unglaublichen Wust an Diskussionen, Kontexten, und was weiß ich nicht noch alles, nur um auf einer der beiden Seiten stehen zu können. Ebenso gibt es auf der gläubigen Seite Menschen die zweifeln, und auf der Ungläubigen Menschen die doch hin und wieder glauben. Das ist natürlich der ideale Sumpf für Doppelbewertungen, sprich Doppelmoral. Der einfachste Weg das Problem zu lösen, wäre aber eigentlich nur zuzugeben, das man es nicht weiß. Kein Gott im Universum, falls existent, wird einem Menschen deshalb böse sein, wenn er der menschlichen Widersprüche, und seines alltäglichen Kampfes zwischen Ratio und Hormonhaushaltes kundig ist. Ist er dessen nicht kundig, würde ihm das einen beträchtlichen Teil seiner Allmacht, und seines Allwissens nehmen, was den Willen zum Glauben bei vielen doch erheblich schmälern würde. Ich meine, wenn Gott keine Macht hätte, wäre doch auch gar keiner dran interessiert, - oder?
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26.03.2009 von eb
Liebe und Tensoralgebra
Komm, lass uns tanzen in den Banach-Raum,
Wo Punktepaare wohlgeordnet sind,
Und Riemannsche Blätter rascheln im Wind,
Gefaltet, geheftet, schön wie im Traum.
Ich pfeife auf Bernoullis Fixpunktsatz,
Was soll'n mir Hilbert, Euler oder Venn
Mit ihren Indizes von eins bis n,
Wenn du mich liebst, mein rationaler Schatz!
Fixpunkte träumen von Kontraktionen,
Vektor schmeichelt der schönen Matrize,
Spalten bringt er in siedende Hitze,
Heiss und ergodisch glühen die Zonen.
Mordells Vermutung ist kein leerer Wahn,
Denn deine Kurven sind mein höchstes Ziel,
Ich zählte süsser Punkte endlich viel,
Und meine Graphen kreuzten ihre Bahn
Du bist mein maximales Ideal,
Der Zustand meiner Liebe ist stabil,
Doch deine Kovarianten sind labil
Und unbestimmt wie Eulers Integral.
In deinen Augen glänzt der Eigenwert,
In jedem Seufzer schwingt ein Tensor mit,
Du weisst nicht wie mein Operator litt,
Hast du ihm doch Funktionen stets verwehrt.
Den Ring aus Polynomen gab ich dir,
Dazu die Markov-Kette mit dem Stein,
All deine Tensorfelder waren mein,
Nur dein Quotientenkörper fehlte mir.
Lösch mich nicht, denn was wird von mir bleiben?
Parabeln, deren Brennpunkt niemand weiss,
Abszissen, zwei Mantissen und ein Kreis.
Laserstrahl wird mich zu Staub zerreiben.
Erstarren meine positiven Glieder,
Näht man mein topologisch Leichenhemd,
Vergiss mich nicht, werd mir nicht teilerfremd
Und sing am Grab mir lineare Lieder!
Liebe und Tensoralgebra, Stanislaw Lem, 1983
Deklamation des Elektrobarden aus einem Gedicht aus
der Kurzgeschichte "Die Reise Eins-A oder Trurls Elektrobarde"
aus "Kyberiade", von Stanislaw Lem, Insel Verlag.
27.02.2010 von eb
bloggers paradise
Ein kleines Stück
Internetgeschwafel.
Heute ist mir ein wenig nach schwafeln. Damit mir jetzt keiner damit kommt, das ich das ja immer mache, möchte ich betonen das es eben nicht so ganz richtig ist. Ich meine, das Schwafeln schon, aber kontrolliert, und doch nicht. Einerseits will ich jetzt nicht, das dies hier irgendjemand als Wink mit dem Zaunpfahl falsch interpretiert, oder ich mich an irgendwelche gerade aktuellen Diskussionen aufhängen will. Dem ist nicht so, kann aber auch nicht so unehrlich sein, zu behaupten das ich davon unbeeinflusst bin. Andererseits soll es neutral sein, um vielleicht einfach nur zum Nachdenken anregen zu wollen. Und schon mache ich den größten Fehler, den man dabei begehen kann. Ich überlege, wie, und warum ich das jetzt mache.
Der interessante Versuch, jede Form von eigener Meinungsmache zu umgehen, zum Nachdenken anregen zu wollen, es aber als Tagebuchschreiber aus dem eigenen Leben, und den eigenen Gedanken zu gestalten. Deshalb ist das jetzt eine kontrollierte Schwafelei ;-) Und jeden, der bereits nach den ersten Absätzen abwinkt, kann ich gut verstehen. Aber da ich das jetzt aus besagten Gründen nicht als blog ansehen kann, ist es in meiner Rubrik Texte gelandet.
Auf das, was aus dem guten alten
Arpanet geworden-, und heute als größtenteils World-Wide-Web gestrandeten Endversion vorhanden ist, will ich mich nicht auslassen. Auch die Geschichte des
Internets kann man an mannigfaltigen Orten selber nachlesen. Die großen alten Denker des MIT,SRI, oder UCLA wie
Licklider,
Kahn, oder
Crocker kennt heute fast niemand mehr. Auch den immens großen Einfluss der
Graswurzel Bewegung auf das Internet
ist kaum noch von Belang. Viele blogger wissen noch was
Graswurzel Journalismus
ist, und noch viel mehr haben sich Gedanken darüber gemacht was es bedeutet, wenn
Wege auseinandergehen, wobei beide Wege wohl absolut ihre eigene Gleichberechtigung und Vernunft besitzen. Eines der schönsten Beispiele hierfür ist wohl des schnellen
Nachklickers Wissensfundgrube
wikipedia.
Warum man Veränderungen, oder Neuerungen nicht im Wege stehen soll, zeigt alleine die Möglichkeit, das ich hier die Links des letzten Abschnittes mit relativ gesundem Vertrauen, zu einer halbwegs würdigen Seriösität tätigen konnte. Andererseits ist gerade wikipedia, und generell die Geschichte der Internet-Enzyklopädie ein tolles Beispiel dafür, das man etwas vollkommen neues gestalten kann.
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11.02.2010 von eb
Sackgassen
Von medialer Ökonomie,
und menschlicher Egozentrik.
Noch zu Kohls Zeiten, als die SPD noch Scharping hieß und bereits heftig mit dem postmaterialistischem Berliner Programm beschäftigt war, also etwa vor 15 Jahren, war es mir vergönnt mit knapp 60 anderen Kollegen zusammen am Hype eines Startup-Unternehmens mit zu basteln, welches in Bezug auf Internet-Plattformen sich bis an die Weltführerspitze vorgeschaufelt hatte. Diesbezüglich hatte ich mich schon mal früher
ein wenig
ausgelassen. Für einen der Geschäftsführer, dem damaligen Entwicklungsleiter, und dem Großteil der Mitentwickler empfinde ich immer noch einen Mordsrespekt. Jedenfalls was ihren Einfallsreichtum und Arbeitswut betrifft. Zu dem anderen Teil, der im Zeichen eines anstehenden Börsenganges als Verwaltungs-, Controling-, und Vertriebsbedarfes, die Anzahl der Entwickler sprunghaft gleich mehrfach überstieg, - eher weniger.
Aber das ist jetzt nicht Thema. Thema ist ein Umzug des gesamten Unternehmens von einer Stadt in eine andere, und ein wahrhaft sprunghaft angestiegener Bekanntheitsgrad. Mit diesem Bekanntheitsgrad, der sich aus einem strategisch vorbereitetem anstehenden Börsengang ergab, wurde tatsächlich noch zusätzlich die Infrastruktur der neuen Stadt erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Bürgermeister und Stadtherren kamen, um Stiefel zu lecken, und Vorzugsaktien abzuholen, .... und so weiter.
Auch das ist nicht das Hauptthema, sondern die Zeitungen und das Fernsehen. Hierzu muss man anmerken das bereits schon seit langem ein Zeitgeist herrschte, in welchem beim täglichen Medienrummel keine Müdigkeit gezeigt wurde, New-Economy-, und Startup-Firmen zu preisen. Alles in allem, - es herrschte eine wahrhaft gigantische Goldgräberstimmung und Marktbegeisterung für alles, was es schaffte mit rosa Wolken viel Geld zu schaufeln.
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26.01.2009 von eb
False Memories
Von falschen Historien, Festplatten, Geschäften,
und suggestiven Erkenntnissen im Nebel des Nichtwissens.
Vorwort
Manche Dinge muss man so nehmen, wie sie sind. Selbst dann, wenn sie wie ein Nachteil aussehen. Nicht selten passiert es dabei, das nicht der Nachteil der Nachteil ist, sondern das, was ihn wie einen solchen aussehen lässt. Doch der Nachteil gerät allzu oft, dem zum Vorteil, der nicht fähig ist die Schönheit darin zu sehen, sondern wie er ihn zu seinem Nutzen verwenden kann. Umso schöner ist es, dem Glauben schenken zu können, dem die wundervolle Eigenschaft des Vertrauens, den Blick auf den Glauben, über den Unglauben eröffnet.
Ziemlich lange Einleitung
Ohne näher auf diese, eigene kryptische Feststellung einzugehen, möchte ich mich hier mal mit einem Thema beschäftigen, welches den einen, oder anderen vielleicht bewegen könnte Sätze wie z.B. "Da gab es mal...", oder "Ich erinnere mich ...", - zwar etwas vorsichtiger zu betrachten, andererseits aber vielleicht auch dabei nicht zu sehr den Verwirrungen der Zeit zu erliegen. Es geht um das menschliche Erinnerungsvermögen. Allerdings muss ich sicherheitshalber gleich vorneweg darauf hinweisen, das es ein höchst sensibles Thema ist. Ein Thema über das es, entgegen solch reißerischer Aufmache wie z.B. im Spiegel, außer der Tatsache, das es falsche Erinnerungen in durchaus umfangreichem Maße gibt, keinerlei sonstige, gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse gibt. Auch wenn dies noch so viele gerne behaupten möchten.
Ebenso muss angemerkt werden, das folgende Aussagen über die mögliche Funktionsweise des menschlichen Gehirns bezüglich von Erinnerungen, einzig und alleine aufgrund von lingualen Experimenten von Kathleen Dermott von der University of Washington, sowie suggestiven Experimenten mit implantierten Erinnerungen von Elisabeth Loftus dergleichen Universität beruhen. Ob solche Tests ausreichen, um darüber Rückschlüsse auf biologische Mechanismen zu schließen, kann im Moment nur damit beantwortet werden, das nicht viel anderes möglich ist. Genau genommen, ist es allerfeinste Spekulation. Gegen Spekulation habe ich nichts. Sie kann als kreativer Prozess verstanden werden. Aber es ist ein Unterschied ob man spekuliert, oder diese so darstellt als wäre es bewiesene Sache. Was leider all zu oft gerade im Wissenschaftsjournalismus passiert. Und darüber dann, mittels eigenwilliger Interpretationen, mitunter abstruse Auswirkungen zeigt.
Den tatsächlichen Ausschlag sich damit zu beschäftigen, war ein als Streitgespräch moderiertes Interview in einem von mir gern gelesenem Magazin. Darin debattierten zwei bekannte Historiker, auf erfreulich faire und konstruktive Art, über die Unzulänglichkeit historischer Zeitzeugenaussagen. Während einer von beiden sich auf die gute alte disziplinierte Selbstkontrolle der Historiker berief, vertrat der andere die Ansicht, das sich falsche Erinnerungen von Zeitzeugen systematisch aussortieren ließen. Was mich daran störte, war der Fakt das er sich dabei auf die Zusammenarbeit mit Neurologen und Psychologen berief, und im allgemeinen den Eindruck erweckte, als wäre die Forschung bei
diesem Thema bereits zu verwertbaren Ergebnissen gekommen.
Ein zusätzlicher Grund sich damit zu beschäftigen, ist aber auf jeden Fall auch ein verfrühter Gebrauch durch Verhaltensforschung und Psychoanalyse, ohne ausreichende diesbezügliche Grundlagenforschung. Spekulieren werde ich hier selber sicher auch, - aber dies sind dann auch eindeutig nur Spekulationen.
Generell ist es aber ein Thema, welches den Nebel der Zeit auf geradezu benebelnde Art und Weise vor Augen führen kann. Klarheit wird es hier wenig geben. Außer dem Hinweis, das der Begriff "False Memories" kein wissenschaftlicher ist, sondern ein reines US-amerikanisches Public-Relation-Produkt, aufgrund wissenschaftlicher Anfangserkenntnisse. Und es entspricht dem üblichen Schema, ähnlich dem Thema Epigenetik, wo Journalisten Sensationen wittern, Artikel schreiben, und dann die gesamte Welt plötzlich von Dingen weiß, bzw. damit Geschäfte macht, wobei die Wissenschaft noch nicht mal die Grundsätze verstanden hat. Was aber nichts daran ändert, das diese uns durchaus wertvolle Erkenntnisse über uns selbst, und die Menschen im allgemeinen liefern könnten.
Ganz besonders deshalb, weil sie in diesem Fall hilfreich wären, uns einmal von einer allzu technisierten Vorstellung unserer eigenen Denkvorgänge zu befreien, und andererseits einigen Relikten aus der Psychoanalyse den Sprung in die Normalität eines Biologikums zu verhelfen, welches alle betrifft, - anstatt nur zu separierende Krankheitsfälle.
Möglichkeiten, welche durch den ständigen Missbrauch aber fast ständig zerstört werden.
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23.12.2009 von eb
Weihnachtliche Andacht
Geschmacklos Besinnliches und wahllos subjektivierte lokale Bösartigkeiten,
- vom gottlosen Rationalisten.
Stellen wir uns das Bild eines Mannes vor, der am Küchentisch sitzt, genüsslich
ein saftiges Steak verzehrt, und ab und zu seinem treuesten Freund in Form seines Hundes,
liebevoll übers Haupt streicht.
Ein Bild welches den meisten wahrscheinlich das angenehme Gefühl von Friedfertigkeit,
und einem guten Leben vermittelt. Einige werden möglicherweise die Anwesenheit eines
Haustieres beim Essen aus hygienischen Gründen in Frage stellen, Vegetarier sich
über die Ernährungsart des Mannes mokieren, und Hundehasser verständnislos
mit dem Kopf schütteln. Alles in allem, - kein Bild der Unnormalität. Nichts was
Aufregung, oder sonst wie Kopfschmerzen bereiten könnte.
Und doch, - gibt es kein zweites Bild, welches die Menschen in ihrer Widersprüchlichkeit,
und den ständigen Auseinandersetzungen damit besser darstellen könnte.
Ein Mensch verzehrt ein Tier, im selben Moment, wo er einem anderen Tier seine Zuneigung zeigt.
Bevor sich jetzt alle indigniert abwenden, dieses Thema als übertrieben klassifizieren, bzw. sich gleich an die Stirn tippen, so möchte ich hastig erwähnen, das mir in keiner Weise daran gelegen ist, jemanden den anstehenden Weihnachtsschmaus in Form von Ente, Gans, Hase, Lamm, Rind, Elch, oder Haifisch zu vermiesen. Auch die Vermittlung vegetarischer Weltbilder, oder ethischer Ansichten zugunsten von Tierfreunden ist hier nicht angedacht. Denn wie es ein bekannter Werbespruch schon sagt; "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft". Auch wenn solche Aussagen, ob eines doch sehr einseitig orientierten Kräfte-, bzw. Lebensverhältnisses vielleicht ein wenig makaber wirken, so symbolisieren sie doch einen Großteil des Tagesablaufes jeden durchschnittlichen Raubtieres oder Aasfressers, welche trotz interessanter gegensätzlicher Erkenntnisse aus dem Reich der Forschung, nach Volkes Meinung im Gegensatz zum Menschen keinerlei bewusste Reflektionsmöglichkeiten ob ihres eigenen Lebens und dessen Gestaltung besitzen. So dient anfangs erwähntes Bild als einfache nachdenkenswerte Symbolik für die gleichzeitige Existenz eines unbewussten, von Instinkten gesteuerten Tieres welches seine Zähne in's Fleisch schlägt, und dem bewussten Wesen, welchem wir gemeinhin menschliche Verhaltensmuster wie z.b. liebevolle Zuwendungen zumuten, - in ein und dem gleichen Körper.
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